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Advent, Advent…

ein Lichtlein brennt…

Nachdem ich schon böse Countdown-Verbote aus der Heimat bekommen hatte, fange ich heute offiziell wieder an, zu zählen: 13 🙂 ! Die verflixte dreizehn und die letzten 2 Wochen in Hong Kong…

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Beijing – Day 4

Der Vollständigkeit halber stelle ich auch noch den vierten Tag hier rein…
Nach unserem „Abenteuer“ auf der großen bösen Mauer waren wir ziemlich platt, so dass wir den Tag erstmal gemütlich eingeleitet haben: Leckeres Frühstück und dann ganz entspannt mit dem Taxi in die City, denn wir hatten am 2. Tag eine wundervolle Idee bekommen: Rikscha-Tour durch die historischen „Hutongs“ Beijings. Hutongs sind im Grunde unglaublich schmale Straßen (keine Chance mit Taxi…), in denen in alten chinesischen Gebäuden noch um die 20% der Bevölkerung Beijings wohnen.

Der arme Rikscha-Fahrer wusste wohl nicht ganz, worauf er sich eingelassen hatte, denn ich und Christina sind bei weitem nicht korpulent,aber ich denke wir stellen jeden Durchschnitts-Chinesen gewichtsmäßig sowas von in den Schatten, dass unser kleiner Fahrer ziemlich zu strampeln hatte und sein Fahrrad des öfteren knackende Geräusche von sich gab… Streckenweise hat er das Gespann sogar geschoben *ooops…*. Die Tour war aber sehr interessant, da der gute Mann sich in den Hutongs wirklich gut auskannte und uns so einige Interessante Sache erzählen konnte. Der wohl erstaunlichste Vergleich war der folgende: In den Häusern dieser Straßen wohnten in der Ming-Dynastie (war’s die Ming-Dynastie..!?) noch eine Familie, wohingegen dort heute bis zu 10 (!) Familien wohnen. Das war krass, denn die Gebäude waren nicht wirklich groß…

Mann war das anstrengend 🙂 :

Anschließend ging es in den „Temple of Heaven Park“ – wiederum eine der Top-Attraktionen Pekings. Sehr schön – viel Feng Shui, viele Tempel und mal wieder viel zu viele Touristen… Aber wir ham’s gesehen – soviel dazu…

Da dieses Manöver mal wieder einiges an Zeit und Energie verschlungen hatte, brauchten wir 2 dringend was zu Essen. Und da uns Chinesische Nahrung (ich verzichte bewusst auf den Ausdruck „Essen“) mittlerweile aus den Ohren wieder rauskam, hatten wir eine blendende Idee: Lonely Planet raus und nach nem Italiener gesucht. Schwupps auch einen gefunden und ab ins Taxi. Doch auf dem Weg hat es Gott mit uns gut gemeint – er führte den unwissenden Taxifahrer an einer religiösen Hochburg der amerikanischen Esskultur vorbei: HOOTERS! Jawoll, alle die es kennen, werden mich gerade verfluchen, alle die es nicht kennen spätestens dann, wenn sie herausgefunden haben, was wir dort betreten hatten… Curly Fries, Cheeseburger, ESPN, Bedienungen in kurzen orangefarbenen Shorts und free Coca-Cola-Refills! Kurz gesagt: Pekings kulinarisches Refugium für alle, die einfach keine Lust mehr auf Reis & Nudeln haben. Ich würd das so gerne fotografisch dokumentieren, aber ich hab mal wieder keinen Platz bei flickr.com… Ich reich das nach ;)!

Gestärkt konnten wir den Abend dann auch noch entsprechend ausklingen lassen. Es ging ins MIX, direkt gegenüber vom VICS (wie innovativ…, wenn die wüssten) und haben das Pekinger Club-Life ausprobiert. Nicht ganz so verrückt, wie ich es erhofft hatte, aber nicht schlecht. Wann hat man das schonmal, dass einem die Haare wackeln – und dass meterweit von einer Box entfernt??? Sowas wäre in Deutschland rein TÜV-technisch nicht möglich… Aber vielleicht ist das hier notwendig, die Chinesen sind zwecks Straßenlärm und Co. wahrscheinlich sowieso alle taub.

Resumee: Peking ist China. China ist seltsam. Hong Kong ist nicht China.

Chinesen sind nochmal verschiedener als HK-Chinesen. Die kulturellen Unterschiede werden noch deutlicher – vor allem auf menschlicher Seite. Chinesen mit Ostdeutschen und HK-Chinesen mit Wessies zu vergleichen, wäre zwar fies, aber untertrieben… Denn die Unterschiede sind gravierender und offensichtlicher. Ich hatte die HK-Chinesen als verschlossen und nicht weltoffen beschrieben – doch das war bevor ich „echte“ Chinesen getroffen hatte. Der Sozialismus steckt überall und bestimmt alles und jeden. Die Denk- und Lebensweise der Chinesen ist unglaublich eingeschränkt und ich hatte das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Menschen sind hier nicht Menschen, sondern Ressourcen. Das Leben scheint kein Leben zu sein, sondern nur ein Zeitraum, in dem man möglichst viel arbeiten kann… Rücksicht, Respekt und Mitgefühl sind Fremdwörter – Individualität, freier Wille und Innovation können höchstwahrscheinlich auch mit 24.000 Schriftzeichen nicht übersetzt werden.

China entwickelt sich rasant, aber jedes Prozent Wachstum scheint mit vielen Opfern verbunden zu sein – seien es Menschen, Natur oder Lebensqualität. Es wirkt sehr gezwungen und wie ein verbitteter Wettkampf mit der Welt. Auch, wenn ich das bisher nur oberflächlich erfahren habe – irgendwie macht mir das ganze Angst und ich hab das Gefühl, dass alles irgendwann in einem großen Knall zu Ende gehen wird…

Macau

Macau – was soll man sich unter diesem Namen vorstellen? Macau – eine portugiesische Ex-Kolonie an der Südseite Chinas, 65km von Hong Kong entfernt… Caro und ich wussten selbst nicht, was uns erwarten sollte, aber der Trip nach Macau stand schon seit langem fest und ich bin für jede Abwechslung zu haben!

Macau ist 2 Jahre nach Hong Kong (1999) zurück an China gegangen und genießt seitdem, wie auch Hong Kong den „Sonderverwaltungszonen-Status“. Sprich „freie“ Marktwirtschaft und viele andere Boni. Irgendwie waren wir beide gespannt, denn auch Caro hat mittlerweile schon ihre Zeit gehabt, in der ihr Hong Kong mehr als zum Halse raushing. Und Macau hielt teilweise, was es versprach: Schöne Kolonialbauten und erstaunlich viel Kultur und renovierte Ecken. Doch auch hier zeigte sich auf unserem Walk durch die Stadt der Kontrast – und das noch zwei Nummern stärker als in Hong Kong… Aber seht selbst: Die Bilder sprechen für sich und ich halt mich zwecks Caro ein bisschen zurück, denn kleine hübsche Blondinen brauchen VIIIIIEEEL Aufmerksamkeit 😉 …

Und wer jetzt denkt: Warum nörgelt der Knabe schon wieder so… Das liegt an meinem unglaublichen Fototalent!!! Wer fotografiert schon die dreckigen Ecken? ICH :)! Aber das poste ich viel zu selten hier hin. Macau ist im Endeffekt sogar doppelt so dreckig, doppelt so hässlich und aufgrund der riesigen Baustellen auch teilweise doppelt so laut…

Macau hat so’n bisschen was von Sao Paolo oder Rio – so stell ich mir das jedenfalls vor. Christliche Einflüsse und Bausünden, so weit das Auge reicht… Die schönen Sachen oben haben sich wirklich auf eine winzige Fläche der Stadt konzentriert. Im Grunde war Macau wie Südamerika mit Chinesen… Deswegen war das hier GOLD wert:

Jaaaa! Italienisch Essen in Macau :)! „La Antica Trattoria“ – der Tipp schlechthin… Richtig leckeres Essen. Der Hammer…

Aber wir waren echt platt…. Macau ist und bleibt China und dementsprechend echt anstrengend. Und durch die vielen Casinos wars irgendwie wie Las Vegas… Mit Illegalität, komischen Leuten und hah! ERWISCHT: Geldwäsche:

Lebenszeichen

So, Montag morgen und es ist mal wieder ein Momentchen Zeit, um wieder mal ein Lebenszeichen von mir zu geben. Die Zeit mit Caro ist und bleibt eine sehr willkommene Abwechslung und durch den Quasi-Touristenstatus erscheint Hong Kong ab und zu auch in einem anderen Licht…

Wir ziehen natürlich nochmal das gesamte Touristen-Programm durch, die Kleine muss ja was sehen von der Stadt, in der ich 4.5 Monate meines Lebens verbringe 😉 ! Davon mal ein paar kleine Eindrücke:

 

Ich lass das ganze mal einigermaßen unkommentiert… Sitz nämlich gerade in der Uni, die Caro lesender Weise neben mir und die Vorlesung steht kurz bevor. Doch ganz ohne Eindrücke kann ich Euch ja auch nicht lassen! Mittwoch gehts nach Macau und nächste Woche Dienstag gehts nach Peking – ohne Caro 😦 ! Aber das wird trotzdem schön…

Der von Ihnen gewünschte Gesprächspartner…

… ist zur Zeit nicht erreichbar 🙂 !

Ich entschuldige mich für die temporäre Abwesenheit. Miss Hong Kong 2007 ist am letzten Freitag ja eingetroffen und seitdem bin ich zeitweilig wieder Touri und fühle mich entsprechend besser. Die neue Schlafgelegenheit ist auch supi, obwohl die Betten brett-hart sind, irgendwie nennt sich Spanplatte mit weißem Laken hier „Bett“.

Ich melde mich definitiv mit ausgedehnter Berichterstattung, sobald ich wieder weniger „zu tun“ hab!

Bis dahin…

 

Ich komme wieder…:

Unten angekommen…

Und das in vielerlei Hinsicht… Gestern war der Tag vor dem sagenumwobenenen „Lantern-Festival“, dem Tag vor dem traditionell chinesischen „Mid-Autumn-Festival“. An besagtem Abend sollte im Victoria Park ein großes Laternen-Spektakel-Volksfest abgehalten werden. Ganz Hong Kong hatte nämlich am Mittwoch frei und so bereiteten wir uns auf einen eindrucksvollen, traditionell-chinesischen Abend vor: Romantik, chinesische Musik, viele bunte Laternen und irgendwie ein gemütliches Park-Feeling schwebten mir so vor.

Die Truppe des Tages: Henrik (D) und Sebastian (SWE) begleiteten mich. Den Sebastian muss man gesehen haben – ein Typ wie eine LSD-Pille, wie Speedy Gonzales auf Extasy… Komplett durchgeknallt aber irgendwie dadurch schon wieder komisch. Ein blonder, blauäugiger Schwede, der alles und jeden anlabert, tanzend durch die U-Bahn läuft und ununterbrochen redet – echt mal witzig, vor allem, wenn man sich vorstellt, dass der Knabe dank eines 1-jährigen Aufenthalts in China recht gut Mandarin spricht!
Diese Truppe machte sich dann auf den Weg zum Victoria Park – ich versuch das ganze mal „sachlich“ zu beschreiben, soll ja nicht so negativ klingen, ne 😉 !? Also: Der „Park“ war insofern Park, als dass er grün war – jedoch waren weit und breit keine Pflanzen zu sehen… Das einzige grüne an diesem Park war der grün angemalte Betonfußboden, der sich über die Größe von 4 Fussballfeldern zwischen Hochhäusern erstreckte. Soviel zum Thema Park-Feeling mit romantischer Laternenatmosphäre… Getoppt wurde das ganze durch geschätzt 5 Millionen Chinesen, die wie elektrisisiert über den Platz liefen, grauenhafter Musik (ich hab das dokumentiert – per Video 😉 …) und der Hauptattraktion des Abends: Einer aufblasbaren Cola-Dose. Ohne Witz – das Teil war auf dem taghell erleuchteten Platz der Main-Event…

Grausam! Raus hier! Fluxx zurück und ab nach WanChai, denn da wollten wir noch ein kleines Bierchen trinken… Wie üblich nahmen wir dieses im ortsansässigen 7/11 zu uns (ne Mischung aus Tankstelle ohne Tankstelle und Kiosk). Da isses nämlich billig und man trifft alles und jeden. Das beste an diesem Mal waren zwei 50-jährige Afghanen aus Khandahar. Die standen dort seelenruhig in der Ecke und tranken Rotwein mit Cream-Soda (komische Kombi, ich weiß…). Doch ganz ehrlich: Die Jungs waren mega-witzig und haben eine Schote nach der anderen erzählt. Wie kommen Afghanen nach Hong Kong? Gute Frage, aber irgendwie kann das kaum einer beantworten, der hier wirklich lebt. Ich hab das Gefühl, dass diejenigen, die hier wirklich „wohnen“ (Expats) alles Renegades sind, die mehr oder weniger verbrannte Erde zurückgelassen haben und einen Neubeginn starten wollen (diejenigen, die aus finanziellen Gründen hier sind, schließ ich mal aus…). Doch Qauzi (der ältere von beiden) merkte ganz trefflich an: „In Hong Kong, everybody is a stranger…“.

Nach diesen schwerwiegenden Neuigkeiten wollte der jüngere von beiden unbedingt mit uns in einem geilen Club um die Ecke. „Neptune’s“ hieß der Schuppen und der Eingang verhieß schon nichts gutes… Doch was sich uns im Inneren darbot, war unglaublich, unfassbar und einmalig. Man stelle sich 20% 50-jährige Geschäftsreisende, nen Haufen Engländer und 75% 1,50m-große Phillipinas und Thais vor, die auf eine ganz seltsame Art und Weise „tanzten“… So etwas hab ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen… Lauter Typen, die Frauen angraben, die aussehen wie Kinder, Figuren von 13-jährigen haben, mehr Silikon als ganz Silicon Valley bei sich tragen und Blicke in die Menge werfen, die absolut erschreckend sind. Für viele mag das das Paradies sein, aber mich hat das ganze einfach nur entsetzt. Männliche Vorlieben und weibliche Käuflichkeit auf die Spitze getrieben, ungeniert und volles Rohr, ziemlich krass.

Das ganze war uns allen „etwas“ zu viel und irgendwie hatten wir Sorgen, dort nicht lebend rauszukommen – ich glaub, dass alle Krankheiten, die es auf dieser Welt gibt, sich in diesem Raum versammelt hatten und nur darauf gewartet haben, gegen Kleingeld übertragen zu werden… HILFE!!! RAUS HIER!!! Aaaaahhhhhhh…

Schnell ins Taxi, auf nach Central, Freunde treffen und was vernünftiges machen. Dieses Gruselkabinett und die Afghanische Volksfront waren momentan einfach genug für mich. Glücklicherweise endete der Abend recht entspannt im LKF Hotel und im „drop“, nem Szeneklub, so dass wir dann doch noch auf unsere Kosten kamen.

–> Ich kann immernoch keine Fotos hochladen, aber ich versuchs mal:

https://hongkong2007.files.wordpress.com/2007/09/hong-kong-16-010.JPG

https://hongkong2007.files.wordpress.com/2007/09/hong-kong-16-026.JPG

Uuuuni

Supiii, dritte Uni-Woche fängt gerade an und es ändert sich rein garnichts… Die Lecturer werden nicht besser im Englischen, die Chinesen wollen einfach nicht normal werden und irgendwie bleibt alles verwirrend. Ich wünsch mir manchmal, ich würd hier einfach nen Praktikum machen – dann wär der Eindruck bestimmt besser. Heute war’s wieder genial: Monetary Economics, ne Veranstaltung, die wahrscheinlich sogar in Deutschland angerechnet werden würde, sollte laut Aussage des Teachers „nicht mathematisch“ werden: Heute war die 3 Vorlesung in Folge, wo Wörter spärtlich gesäht waren und mathematische Herleitungen die Folien dominierten… Super. Verlogene Zitronenfalter!!!

Anschließend gabs das 2. Tutorial für die Veranstaltung – eigentlich ne super Einrichtung, denn Tutorials sind ja dazu da, den Stoff zu verstehen. Nöööö, nicht hier – hier wird was anderes gemacht! Warum denn den Stoff der Vorlesung behandeln? Super war auch die 1,40m-Tutorialleiterin, die auf meine 2 Fragen immer mit folgendem Satz geantwortet hat: „Yes.“… Mehr nicht! Ich glaub meine Vermutung bestätigt sich: Auf schwere Fragen wird hier grundsätzlich mit Ja geantwortet… Denn im nächste Satz hat die Alte direkt was anderes erklärt und sich im Grunde selbst wiedersprochen. Sie konnte nur genau das wiedergeben, was auf ihren Folien stand, bzw. was sie irgendwo gelesen hatte – Erklärung fehlanzeige, Denkvermögen: ausgefallen…

*Shit* – eine weitere Bestätigung dafür, dass der akademische Aspekt immer weiter in den Hintergrund gerät, es sei denn die Exams verlangen von mir, das Haus vom Nikolaus zu malen oder so. Das hätt ich dann noch drauf. Kein Plan, wie die Leute hier lernen oder sich vorbereiten… Ich glaub Chinesen haben einfach eine Gabe, wenn es ums Auswendiglernen und reproduzieren geht. Eins wird den Rest der Welt lange, laaaaange Zeit von Asien trennen: Innovation! Denn die steht in keinen Büchern, sondern die muss man sich selbst erarbeiten..! Hah! Deswegen wehren die sich auch so gegen Patentschutz ;).

Zum Thema Chinesen an der Uni: No Way! Die werden von Tag zu Tag verrückter… Das krasseste ist das Essen. Ich hab in meinem ganzen Leben noh NIE so viele Leute so verdammt widerlich essen sehen. Es scheint so, als wenn die sich Mühe geben, möglichst abartig ihr Essen zu sich zu nehmen. Heftig! Man stelle sich vor, wie ein ganzer Hähnchenschenkel mit Stäbchen in den Mund befördert wird und dort mit seltsamen Bewegungen herumgedreht wird, ohne irgendwelches Werkzeug zu benutzen… Oder Nudeln: Super Dingen… Einfach mit den Stäbchen in den Mund und dann: Schlürfffff! Geil sind auch die „western style restaurants“ – dort gibts nämlich keine Stäbchen. Aber dann werden einfach Gabel und Messer als Stäbchen missbraucht – glaubt mir, das funktioniert…! Hmmm… als wenn einem der Geruch des Essens nicht genug Brechreiz bescheren würde…