Weg-Weiser?

Nachdem sich mein Blog in letzter Zeit zu einer Art Weg-Weiser, also einem Reiseführer, der einem eher davon abrät, diese Region zu besuchen, entwickelt hat und bei einer täglichen Besucherrate von 50 (!) Besuchern bisher beinahe 3.000 Klicks bekommen hat, fühle ich mich mittlerweile gezwungen, einiges klarzustellen…

Zuallererst handelt es sich bei diesem Blog um eine subjektive, persönliche Lebenserfahrung, die dadurch geprägt ist, dass ich bin wie ich bin und ich reagiere, wie ich reagiere. Hong Kong empfängt jeden Menschen auf dieser Welt auf eine andere Art und Weise und jeder Mensch spiegelt die Impressionen und Eindrücke, die er in dieser Stadt erhält, auf eine andere Art und Weise wieder. Ich hatte das Pech, zu einer Zeit in diese Stadt zu kommen, in der ich selbst im Grunde das komplette Gegenteil hätte gebrauchen können. Ich sehnte mich im August nach wenigen, simplen Dingen: Ruhe, guten Noten (mit wenig Arbeitseinsatz) und einem Eintrag in meinem Lebenslauf. So einfach hab ich mir das damals vorgestellt. Ich erwartete New York mit nem etwas größerem China-Town. Im Grunde das „klassische Auslandssemester“: Studium, neue Leute, ein paar Partys und vor allem eins: ein Gefühl von Ferien.

Doch all das hatte Hong Kong für mich persönlich nicht bereitgelegt. Diese Stadt hatte jeden Tag eine neue Prüfung, einen „Faustschlag ins Gesicht“, wenn man so will, für mich parat. Nichts, aber auch wirklich garnichts kam so, wie ich es mir erhofft hatte. Und da ich für diese Tiefschläge weder vorbereitet, noch psychisch und physisch präpariert war, bin ich mit der Situation so umgegangen, wie ich es in den letzten 3 Monaten gemacht habe. Sicherlich gibt es Fakten, die man nicht anzweifeln kann, wie zum Beispiel die „anzweifelbare“ Lehrqualität der Professoren, die Massen von Menschen, die engen Straßen, die unglaubliche Bevölkerungsdichte mit all ihren negativen Aspekten, und, und, und… doch heißt das noch lange nicht, dass Hong Kong zwangsweise zu einer negativen Erfahrung werden muss.

Ich hatte in letzter Zeit durch diesen Blog die Gelegenheit, mit mehreren Personen zu sprechen, die entweder ähnliche Erfahrungen gemacht haben, oder die gerade darüber nachdenken, dieselbe Reise anzutreten, die ich vor wenigen Monaten begonnen habe. Und ich bin mir nicht sicher, was ich empfehlen soll. Wovon ich Gott sei dank mittlerweile überzeugt bin, ist die Tatsache, dass ich kein „Einzelfall“ bin – es gibt mehrere Leute, die sich genauso fühlen wie ich, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, wie ich – doch gibt es genauso viele (und wenn nicht sogar viel mehr), die sich hier wohl fühlen, die selbst in dieser, für mich so unwidrigen Atmosphäre, das erreichen, was sie erreichen wollten und sich wohl fühlen und eine gute Zeit haben. Deswegen: Eltern haften weiterhin für ihre Kinder und wer diese Reise bewusst begeht und sich auf ein Abenteuer vorbereitet, der mag hier vielleicht das beste Jahr seines Lebens verbringen, mit Eindrücken, die einem kein Urlaub, kein Film und kein Buch bieten kann, denn nur das wahre Leben scheint einem diese „Lebenserfahrungen“ vermitteln zu können…

Beenden möchte ich diesen Eintrag mit folgendem Zitat, das mir die Augen geöffnet hat…:
„Pride is what got you out of here, pride is what brought you back. People like you – they need to be tested. They need a challenge. And when that time comes and you find something standing there in front of you, something… – it ain’t running, it ain’t backing up and it’s shitting on you and you’re too damn tired to breathe, you find a situation that is good for you. ‚Cuz that is baptizm under fire. You get through that and you’ll find the only kind of respect that matters in this damn world: Self-respect.“

Ist nen bißchen cheesy, aber es ist irgendwie verdammt wahr: „It ain’t about how hard you can hit, it’s about how hard you can get it and keep moving forward – how much you can take and keep moving FORWARD!“

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