Lamma Island

Am Samstag war mal wieder Beach-Zeit angesagt. Henrik und ich haben unsere sieben Sachen gepackt und es ging auf nach Lamma Island, denn hier sollte einer der schönsten Strände der Gegend sein (sagt mein Führer). Also, früh aus den Federn und ab auf die Fähre nach Lamma Island.

Lamma Island ist die drittgrößte Insel von Hong Kong und angeblich die grünste und abgelegenste. Ich schwärmte in Gedanken schon wieder von verlassenen Sandstränden, Isolation und grünen Urwaldabschnitten… Lantau Island hatte damals ja beinahe alle Versprechungen gehalten und wenn Lamma noch schöner sein sollte, na dann!
Die Überfahrt war eher unangenehm, denn der Dampfer war zu, auf 10°C runtergekühlt und nicht so hübsch wie die anderen Kähne, die ich hier bisher geritten bin. Aber zum Glück war das Inselchen nicht soooo weit weg, nach knapp 25 Minuten waren wir schon da und uns offenbarte sich eins der letzten Fischerdörfchen in Hong Kong:

 

War mal wieder „nicht ganz so schön“, wie ich mir das erhofft hab – da im Hintergrund ist übrigens HK Island… Aber anscheinend scheint sich eine meiner Feststellungen immer mehr zu bestätigen: HK-Chinesen haben absolut NICHTS für Ästhetik, Städtebau, Lebensqualität und „Schönheit“ übrig. Irgendwie ist hier alles verdammt effizient und funktioniert einigermaßen, aber auf alles ästhetische und Lebensqualität schenkende wird hier garkein Wert gelegt…

Stichwort effizient: Kinderarbet in Hong Kong, selbst die Jüngsten müssen hier mit anpacken (*Scherz*)… Hier eine europäische-Gastarbeitervogelscheuche:

Teilweise hat Lamma Island dann doch das erfüllt, was ich mir erhofft hatte: Die Insel war stellenweise verdammt grün, pro Quadratmeter standen hier mehr Bäum als in ganz HK Central zusammen:

Dennoch waren die Siedlungen, die sich auf dieser Insel wieder von Beton und unhübschen Häusern dominiert. HK-Chinesen scheinen eine Affinität zu Beton zu haben, denn alles, aber auch wirklich alles, was Menschen betreten können ist betoniert, eingezäunt und gefegt… Vielleicht spielt hier auch wieder der Effizienzgedanke eine Rolle. Nicht umsonst träumt der eine oder andere Deutsche von ner Waschbeton-Idylle anstelle des dauernd wachsenden Rasens, ne?

Der Strand war im Grunde „OK“ – nichts gegen Shek-O, der ist weiterhin ungeschlagen. Hier störten mehrere Dinge: Der viele Beton im Hintergrund, 30 kleine Chinesen, die laut brüllend jeden Stein am Strand ins Wasser werfen wollten und das schicke Kohlekraftwerk, dass hier direkt in die Natur gebombt wurde.

Ich hab mich anderweitig beschäftigt und nen bisl mit dem Kollegen hier gekämpft:

War ne kleine Local-Krabbe, die wohl dachte, dass ich sie direkt verspeisen würde. Wenn der gewusst hätte, dass ich trotz meiner nordischen Herkunft Fisch und alles andere Meeresgetier verschmähe, hätten wir bestimmt noch länger unsern Spass gehabt. Die Dinger sind verdammt schnell, hab noch nie so eine fixe Krabbe gesehen… Der kleine hier hat direkt nen Sprint ins Wasser hingelegt, als sich die Chance ergab 😦 …

Auf dem Rückweg zeigten sich dann mal wieder die typischen Hong-Kong-Kontraste… Phantastisch grüne Idylle:

Leckeres Kraftwerk:

… ich frag mich immernoch, wie zum Teufel kann man in solche Idylle ein gigantisches Kohlekraftwerk bauen…? Ich versteh das nicht, aber Effizienz besiegt mal wieder Raison. Der Weg nach Yuen Shue Wan, dem Ort, an dem wir die Insel verlassen wollten, war voll mit Chinesen, die hier ne kleine Auszeit von der Stadt nahmen… War ziemlich voll – lag wahrscheinlich am guten Wetter und daran, dass Samstag war :)!

Unsere kleine Wanderung endete in nem weiteren Fischerdorf, was wiedermal einfach hässlich war. Sorry, aber maritime Idylle kenn ich anders:

Naja, ich werd wohl meinen nächsten Ausflug wieder nach Shek-O machen müssen, denn der „schönste Strand der Insel“ konnte bei weitem nicht das halten, was mir Shek-O gezeigt hat. Aber halb so wild, Shek-O ist sowieso einfacher zu erreichen, ne? Aber erstmal steht ne weitere Woche Uni an, vielleicht hält das Wetter noch bis zum Wochenende… Heute war’s echt mal verhältnismäßig kalt. Es war der erste Tag, wo es drinnen wärmer war als draußen. Entweder sind alle Klimaanlagen in der Uni ausgefallen, oder die kamen einfach nicht mehr hinterher…

Egal – Mittwoch ist auch noch gutes Wetter angesagt und da hab ich eh frei… Mal schauen, was die Temperatur dann sagt 🙂 !

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