O, Shek!

Äääähh, quatsch: Oh, Schreck!

Hong Kong ist mir die ganze Woche so auf den Zeiger gegangen, dass ich mich entgegen meiner Pläne (Shenzhen-Shopping) entschieden habe, am Samstag an den Strand zu fahren, denn das Wetter spielte mit: 25°C und Sunshine, Baby!

Dementsprechend gings mit Henrik ab nach Shek-O. Treffpunkt 11:30Uhr Caine Restaurant, erstmal was essen und entscheiden, wo es überhaupt hingehen soll. Das war aber nicht schwer, denn diese Beschreibung war einfach zu verlockend: „… das letzte Dorf in Hong Kong, einer der schönsten Strände der Insel.“ Das war wirklich nicht schwer… Also, erstml ab in die Drogerie, Sonnencreme kaufen. Und was da in den Regalen stand, hat mich erstmal umgehauen: Lichtschutzfaktor 135 (!). Kein Scheiss! Ich nenn die ab jetzt LSF ‚MJ‘, denn Michael Jackson wäre bestimmt stolz auf diese Abart von Sonnenschutz… Da wird man doch weißer als vorher und kann trotzdem an den Strand – genial! Egal – ich hab die Damen erstmal gefragt, wo denn Sonnenschutz für Normalsterbliche stehen würde – und siehe da, es gab wirklich noch ne 15er, was in Deutschland schon ab und zu „Sunblock“ heißt 😉 …

So, danach gings ab in die U-Bahn (ja, mann kann mit der U-Bahn an den Strand fahren…) in Richtung Shau Kei Wan. So weit war ich bisher noch nie in Richtung Osten gefahren, aber Shek-O, der anvisierte Strand lag sogar noch 20 Bus-Minuten weiter Süd-Östlich. Glücklicherweise waren Bus & U-Bahn relativ leer, denn sobald die offizielle Badesaison (Ende Oktober) vorbei ist, geht der Chinese nicht mehr an den Strand. Schal und Regenjacke werden rausgeholt und unabhängg von Außentemperaturen umgelegt – es ist ja schließlich Herbst und mein Kalender sagt November! So ähnlich stell ich mir das vor. Ich kam mir jedenfalls ziemlich bescheuert vor, als ich mit FlipFlops, Badeshorts und T-Shirt Menschen in Trenchcoat, Regenjacke und Schal gegenübersaß – aber egal: Für mich bleiben 25°C und Sonne eben 25°C und Sonne, egal ob November oder Juli. Das gute daran war, dass der Strand wirklich human voll war, denn nur ein paar Expats und wenige, lebensmüde Chinesen (aaahhh!!! Sonnenstrahlen ohne Regenschirm und Mega-Sonnenhut!!!) bevölkerten den Strand:

Ahhh – das war genau das richtige. Ein totaler Kontrast zum sonstigen Hong Kong: Ruhe, frische Luft und wenig Menschen. Wie gut einem das tun kann… Man hatte beinahe das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein, nachdem man die Smog-Glocke hinter sich gelassen hatte und frische Seeluft atmen konnte…

Das war so entspannend, dass wir es dem Kollegen hier direkt nachgemacht haben und uns entspannt in die Sonne gelegt haben…

Hach, war das schöööön. Der Strand war echt die Bombe – entspannt leise, riesen Wetter und Wasser mit vernünftigem Wellengang – was will man mehr. Und gleichzeitig haben die 2 hier richtig für Ordnung gesorgt: Putzkolonne, Modell „Lampenschirm“ 🙂 …

Nachdem wir dann 3 Stunden in der Sonne gebraten hatten, wollten Henrik und ich nochmal das „letzte Dorf“ erkunden… Das war dann wie erwartet doch nicht sooo schön wie angekündigt, aber irgendwie erinnerte einen das eher an Lloret de Mar oder Mini-Rimini, denn architektonisch ansehnlich war hier mal wieder wenig. Umso ansehnlicher war aber die Halbinsel, die wir gleich noch erklommen:

Siehe da, es scheint doch noch Leute zu geben, die auf abgeschiedene Idylle wert legen und überraschender Weise Sinn für Ästhetik und Optik zu haben scheinen…

Kurz darauf ging auch schon wieder nach Hause, die Brandung grüßt:

Wenn man sich diesen Flecken Erde anschaut, kommt man schwer ins Grübeln… Mir sind fast die Tränen gekommen, denn die Kontraste sind so riesig. Man stelle sich mal vor, dass die ganze riesige Insel „HK Island“ einmal so ausgesehen haben muss. Von vorne bis hinten – mit steilen Bergen, schönen Stränden, Wäldern und Wiesen, Flora und Fauna und was man sonst noch so alles möchte… Es muss vor vielen Jahren mal wirklich erträglich gewesen sein. Bis zu dem Tage, andem ein Haufen Verrückter auf die Idee gekommen ist, dass Beton schicker als Urwald und gekachelte Promenaden schöner als Sandstrände sind…
Eigentlich war ich nie Naturfreund, aber dieser Kontrast zeigt einem auf drastische Art und Weise, was man alles falsch machen kann und wie man einen wundervollen Flecken Erde in einen stinkenden, hässlichen und lauten Moloch verwandeln kann, nur um den vermeintlichen Weg zum Erfolg möglichst schnell zu erreichen – ohne Rücksicht auf Natur, Kultur und Mensch.

Aber, nichtsdestotrotz hieß es: „Zurück in die Zivilisation“…:

Den Rückweg sind wir dann auf traditionelle Art und Weise angegangen: Mit der Tram. Die fährt nämlich seit 100 Jahren quer durch Hong Kong. Hat zwar anderthalb Stunden gedauert, war aber schön und eindrucksvoll. Denn diesen Teil von Hong Kong hatte ich vorher noch nicht gesehen… War aber auch nicht wirklich schlimm: Der einzige Unterschied war irgendwie, dass hier die Häuser nicht pastellfarben, sondern weiß (bzw. grau) waren… Naja, es lebe die Kreativität.

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Eine Antwort zu “O, Shek!

  1. Heute der 1.Schnee in HH und dann Deine Bilder von dem Traumstrand. Würde gerne tauschen, aber nur für ein paar Stunden. Wie schön, dass Du dieses Fleckchen gefunden hast.
    1.Sturmflut hat HH auch gut überstanden, Lena’s Büro wurde Freitag um 14 h evakuiert, da der Sandtorkai überschwemmt war.
    Soviel aus dem Norden. Liebe Grüße G.

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