Unten angekommen…

Und das in vielerlei Hinsicht… Gestern war der Tag vor dem sagenumwobenenen „Lantern-Festival“, dem Tag vor dem traditionell chinesischen „Mid-Autumn-Festival“. An besagtem Abend sollte im Victoria Park ein großes Laternen-Spektakel-Volksfest abgehalten werden. Ganz Hong Kong hatte nämlich am Mittwoch frei und so bereiteten wir uns auf einen eindrucksvollen, traditionell-chinesischen Abend vor: Romantik, chinesische Musik, viele bunte Laternen und irgendwie ein gemütliches Park-Feeling schwebten mir so vor.

Die Truppe des Tages: Henrik (D) und Sebastian (SWE) begleiteten mich. Den Sebastian muss man gesehen haben – ein Typ wie eine LSD-Pille, wie Speedy Gonzales auf Extasy… Komplett durchgeknallt aber irgendwie dadurch schon wieder komisch. Ein blonder, blauäugiger Schwede, der alles und jeden anlabert, tanzend durch die U-Bahn läuft und ununterbrochen redet – echt mal witzig, vor allem, wenn man sich vorstellt, dass der Knabe dank eines 1-jährigen Aufenthalts in China recht gut Mandarin spricht!
Diese Truppe machte sich dann auf den Weg zum Victoria Park – ich versuch das ganze mal „sachlich“ zu beschreiben, soll ja nicht so negativ klingen, ne 😉 !? Also: Der „Park“ war insofern Park, als dass er grün war – jedoch waren weit und breit keine Pflanzen zu sehen… Das einzige grüne an diesem Park war der grün angemalte Betonfußboden, der sich über die Größe von 4 Fussballfeldern zwischen Hochhäusern erstreckte. Soviel zum Thema Park-Feeling mit romantischer Laternenatmosphäre… Getoppt wurde das ganze durch geschätzt 5 Millionen Chinesen, die wie elektrisisiert über den Platz liefen, grauenhafter Musik (ich hab das dokumentiert – per Video 😉 …) und der Hauptattraktion des Abends: Einer aufblasbaren Cola-Dose. Ohne Witz – das Teil war auf dem taghell erleuchteten Platz der Main-Event…

Grausam! Raus hier! Fluxx zurück und ab nach WanChai, denn da wollten wir noch ein kleines Bierchen trinken… Wie üblich nahmen wir dieses im ortsansässigen 7/11 zu uns (ne Mischung aus Tankstelle ohne Tankstelle und Kiosk). Da isses nämlich billig und man trifft alles und jeden. Das beste an diesem Mal waren zwei 50-jährige Afghanen aus Khandahar. Die standen dort seelenruhig in der Ecke und tranken Rotwein mit Cream-Soda (komische Kombi, ich weiß…). Doch ganz ehrlich: Die Jungs waren mega-witzig und haben eine Schote nach der anderen erzählt. Wie kommen Afghanen nach Hong Kong? Gute Frage, aber irgendwie kann das kaum einer beantworten, der hier wirklich lebt. Ich hab das Gefühl, dass diejenigen, die hier wirklich „wohnen“ (Expats) alles Renegades sind, die mehr oder weniger verbrannte Erde zurückgelassen haben und einen Neubeginn starten wollen (diejenigen, die aus finanziellen Gründen hier sind, schließ ich mal aus…). Doch Qauzi (der ältere von beiden) merkte ganz trefflich an: „In Hong Kong, everybody is a stranger…“.

Nach diesen schwerwiegenden Neuigkeiten wollte der jüngere von beiden unbedingt mit uns in einem geilen Club um die Ecke. „Neptune’s“ hieß der Schuppen und der Eingang verhieß schon nichts gutes… Doch was sich uns im Inneren darbot, war unglaublich, unfassbar und einmalig. Man stelle sich 20% 50-jährige Geschäftsreisende, nen Haufen Engländer und 75% 1,50m-große Phillipinas und Thais vor, die auf eine ganz seltsame Art und Weise „tanzten“… So etwas hab ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen… Lauter Typen, die Frauen angraben, die aussehen wie Kinder, Figuren von 13-jährigen haben, mehr Silikon als ganz Silicon Valley bei sich tragen und Blicke in die Menge werfen, die absolut erschreckend sind. Für viele mag das das Paradies sein, aber mich hat das ganze einfach nur entsetzt. Männliche Vorlieben und weibliche Käuflichkeit auf die Spitze getrieben, ungeniert und volles Rohr, ziemlich krass.

Das ganze war uns allen „etwas“ zu viel und irgendwie hatten wir Sorgen, dort nicht lebend rauszukommen – ich glaub, dass alle Krankheiten, die es auf dieser Welt gibt, sich in diesem Raum versammelt hatten und nur darauf gewartet haben, gegen Kleingeld übertragen zu werden… HILFE!!! RAUS HIER!!! Aaaaahhhhhhh…

Schnell ins Taxi, auf nach Central, Freunde treffen und was vernünftiges machen. Dieses Gruselkabinett und die Afghanische Volksfront waren momentan einfach genug für mich. Glücklicherweise endete der Abend recht entspannt im LKF Hotel und im „drop“, nem Szeneklub, so dass wir dann doch noch auf unsere Kosten kamen.

–> Ich kann immernoch keine Fotos hochladen, aber ich versuchs mal:

https://hongkong2007.files.wordpress.com/2007/09/hong-kong-16-010.JPG

https://hongkong2007.files.wordpress.com/2007/09/hong-kong-16-026.JPG

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