Gateway to…

Ein Monat ist rum, 3 Monate liegen noch vor mir… Die Frage, ob „schon“ ein Monat rum ist, oder „erst“ ein Monat, lässt sich noch nicht beantworten, denn auch heute fühlt sich Hong Kong nicht so an, wie ich es mir erwünscht oder vorgestellt hab. Doch selbst diese Feststellung heißt momentan nichts schlechtes… Denn vielleicht bin ich einfach mit den falschen Erwartungen hergekommen! Denn nicht jedes Ausladssemester heißt Urlaub, Erholung und Spaß. Ich hab damals wohl in meine Überlegungen folgenden Fakt wohl nicht mit einbezogen: Ich befinde mich im Epizentrum des Weltgeschehens, am „gateway to China“, direkt am derzeit lautesten Pulsschlag dieser Erde… Und ganz platt: „Wo gehobelt wird, fallen Späne“…

Hong Kong wird aber von Tag zu Tag eindrucksvoller und interessanter – sicherlich an der einen oder anderen Stelle auch etwas „zu viel“, aber das gehört dazu, oder? Ich finde mich momentan eher in der Rolle eines Beobachters wieder – jeder Tag, jede Woche bringt neue Erfahrungen und neue Eindrücke. China ansich wird sich mir noch eröffnen: Ich hab nämlich vorgestern einen Flug nach Beijing gebucht: Noch mehr Chinesen, noch mehr China und noch mehr ??? Keine Ahnung, aber das musste einfach sein – man kann ja nicht nach China fliegen, ohne nicht jedenfalls die Hauptstadt zu sehen, oder? 16. Oktober gehts los, aber vorher – ganz im Sinne einer großen kommunistischen Nation – stehen noch einige Behördengänge an, um Einreise und Aufenthalt auch zu ermöglichen… Aber ich bin schon gespannt: Ein Abenteur im Abenteuer.

Aber vielleicht relativiert das ja meine Eindrücke von Hong Kong, denn Beijing ist wirklich China – 100%, durch und durch. Hong Kong und seine Menschen verwundern mich immer wieder – irgendwie kommen mir die Einwohner dieser Stadt wie 7 Millionen kleine Hamster in einem riesigen Laufrad vor. Ich hab noch nie in so viele leere und ausdruckslose Gesichter geguckt, die nur eins im Kopf hatten: Funktioniere! Die Lebenseinstellung der HK-Chinesen ist eine vollkommen andere, als das, was wir als Europäer derzeit kennen. Das Individuum, der Mensch an sich, spielt hier – soweit ich das erfahren habe – eine ganz untergeordnete Rolle. Die Gemeinschaft und das „große Ganze“ stehen hier im Vordergrund. Woher dieser Einfluss kommt, hat sich mir noch nicht ganz erschlossen, doch ich denke, dass auch die kommunistischen Einflüsse  aus China und vielleicht die gemeinsame Vergangenheit dafür verantwortlich sind. Wodurch zeigt sich mir das? Hmm…. schwer zu sagen, aber viele kleine Indizien weisen tagtäglich darauf hin: Das brave in der Reihe stehen, wo es auch nur geht, die viel zu sauberen Straßen, die fehlenden Graffiti, die tausenen Warnhinweise („Please mind your head“,“Mind the gap“, „Hold the handrail“…), der geregelte Verkehr, der Unterricht an der Uni, die Art zu lenen und und und… Schwer zu beschreiben, aber eine ganz neue Erfahrung.

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