Sai Kung & Kiu Tsui Chau

Heute war der Tag endlich gekommen – lange vorraus geplant und heute endlich in Angriff genommen: Eine Tour zu den „tausenden Inseln“ (Zitat als ich noch in Deutschland war…), die Hong Kong im Osten und Südosten vorgelagert sind. Sah auf der Karte und in meiner Vorstellung total nach Südsee, Einsamkeit, Entspannung und wundervoller Natur aus… Der Name war unsaussprechlich und normalerweise macht alls Unaussprechliche ja Spaß! Denkste, China wäre nicht China, wenn diese Idylle nicht mit Pastikflaschen, Ölfilm, Dieselmaschinen und Schmutz zugepflastert wäre – aber seht selbst:

Die Tour ging früh morgens los, ziemlich genau um 9:30 Uhr, Central MTR. Die U-Bahn haben wir dann auch knapp ne halbe Stunde Richtung Norden verfolgt, um dort einen Bus nach Sai Kung zu nehmen. Dem Vernehmen nach sollte es dort den einen oder anderen schönen Strand geben – und uns war allen sehr nach Strand – immerhin stressen Uni und Hong Kong doch schon. Nachdem wir nach ner 90-Minütigen Reise nun endlich angekommen waren, eröffnete sich uns Sai Kung – in meiner Vorstellung ein einsames Fischerdorf mit ländlichem Charme, doch natürlich habe ich mich auch dort getäuscht… Es präsentierte sich uns eine Plattenbausiedlung, die selbst Erich Honecker in Schamesröte getaucht hätte. Feinster Ost-Charme, gepaart mit billigen Fischrestaurants, ner heruntergekommenen Promenade und 10000000 Leuten. Irgendwie zählte dieser Ort trotz seiner Schönheitsmangel zu einem der „Go-to-Spots“ für Hong Kong’s Einwohner…

 

Egal, wir waren hier, um uns alleine zu fühlen und unsere Ruhe zu haben. Vorher mussten wir aber noch ne Kleinigkeit essen. Garicht mal sooo einfach, aber nachdem wir uns durch die zahlreichen Fischrestaurants gekämpft hatten, fanden wir doch noch was brauchbares.

Was witzig ist: In Hong Kong gilt Fisch nur als „frisch“, wenn er noch schwimmt. Dementsprechend hatte jedes Restaurant, das was von sich hielt, ein riesiges Aquarium mit allen denkbaren Fischarten vor der Tür. Und teilweise waren die kulinarischen Darbietungen GIGANTISCH groß: Ich hab das mal dokumentiert: Das Dingen hier war mindestens 1,80m lang. Ich hoffe schwer, dass die Teile importiert sind und NICHT im Wasser rumschwimmen…. *Hilfe*. Ich wollte essen und nicht gegessen werden!

Anschließend gings dann zum Pier, wir wollten uns ein Bötchen chartern und uns in die Einsamkeit transportieren lassen. War auch garnicht soo schwer, denn sobald wir uns dem Wasser genähert haben, kamen ca. 5 alte Ladies auf uns zu, die nur 2 Wörter Englisch sprachen: „Sampan Ride“?!? Und das ununterbrochen mit einer lustigen Handbewegung, die irgendwie nach rühren aussah, aber wohl ne Rundtour andeuten sollte. Das dumme an Asiaten ist, dass sie auf Fragen, die sie nicht verstehen, grundsätzlich mit „Yes“ antworten… Schade nur, wenn man denen mittels ner Karte erklären möchte, wo man hinwollte. Glücklicherweise hat eine aus der Mafiafamilie auch Englisch gesprochen, so dass wir nen guten Deal zu der anvisierten Bucht rausschlagen konnten. Mir gings mittlerweile ungefähr so wie dem Kollegen:

Denn die Luft war unglaublich. Es war heiß, die Dieselmaschinen taten ihr übriges, es roch nach Fisch und der SMOG war auch da – kurz und gut, ich hatte wirklich Probleme, zu atmen… Mein Husten war immernoch da und diese Frischtluftexperience war nicht wirklich hilfreich. Aber egal – es ging weiter: Ab auf diesen alten Diesel-Kahn und ab zur Insel!!!

 

Doch, wie es immer so kommt, kamen wir nach 30 Minuten getucker in einer Bucht an, die eigentlich nicht schlecht aussah – doch das Wasser war sowas von ekelhaft (Plastikflaschen, Dieselfilm aufm Wasser,…), so dass wir mit Händen und Füßen versucht haben zu erklären, dass das doch nicht ganz unseren Vorstellungen entspräche. Hat auch geklappt – auch wenn wir uns kurzfristig ziemliche Sorgen gemacht haben, denn die gute alte Dame wollte uns nicht mehr weiterbefördern. Wir durften also mitten auf dem Wasser „umsteigen“! Doch das nächste Boot brachte uns dann letztendlich in eine Bucht, die garnicht mal schlecht war:

Diese seltsame Steinkonstellation musste ich dringend abfotografieren 😉 :

Leider war das Wetter ziemlich diesig, so dass die Sonne nicht sooo rauskam. Egal, es war ganz entspannend und wir konnten mal einen Nachmittag verbringen, der von Meeresrauschen und Vögelgezwitscher geprägt war (die Flugzeuge und den Rest konnte man nur gaaanz entfernt wahrnehmen ;)….). Nach 4 Stunden in fast vollkommener Einsamkeit wurden wir dann auch wieder abgeholt (*schwitz*… Ich war mir dessen nicht so sicher, hatte vorher aber ausgehandelt, dass wir 50% vorher und 50% nachher bezahlen – als ne Art Versicherung…) und es ging zurück ins Chaos.

Dort war um diese Zeit „Fischmarkt“, das heißt die ansässigen Fischer präsentierten ihren Tagesfang (natürlich lebendig…) und verkauften ihn direkt am Pier (ganz ehrlich: selbst WENN ich Fisch essen würde – das Zeug würde mir nicht auf den Teller kommen… Alles, was in dieser Pampe überlebt ist garantiert genmanipuliert oder mutiert, anders geht das einfach nicht…). Wir haben dann noch schnell was gegessen (Adventure: Yeah!) und sind dann schnell nach Hause – irgendwie macht Sonne doch ziemlich müüüde. Ich lieg jetzt schön in meinem Bett und freu mich wahnsinnig, dass ich hier grad liegen kann, denn fast alle anderen sind zurück ins Wohnheim an der Uni – und das bedeutet 10m², viel zu viele Leute, Lärm, Gruppenduschen und Hitze. Mann, bin ich dankbar, dass ich hier meine eigenen 20m² hab…

Gestern hat’s mit dem Blog-Eintrag leider nicht mehr geklappt… Mein klapprige Internetverbindung im Hostel hat die Bilder nicht hochladen wollen. Dementsprechend heute morgen aus der Uni: Im Endeffekt sehen die Bilder echt spitze aus,muss selbst ich zugeben. Aber irgendwie kam das gestern am Strand nicht soo raus – muss wohl an meinem Fototalent liegen!? Oder vielleicht daran, dass man nicht aus dem Kopf bekommen konnte, wie man dahingekommen war und wie’s drumrum aussah. Echt seltsam…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s