Hong Kong City – Reviewed

Nachdem ich hier nun schon geschlagene 11 Tage bin, dachte ich mir, schreib ich doch nochmal ein paar Worte zur Stadt, denn mittlerweile habe ich schon sehr viel gesehen und vor allem habe ich die Gelegenheit bekommen, Hong Kong von vielen verschiedenen Seiten zu sehen und zu bestaunen.

Doch muss ich schlicht und ergreifend zugeben, dass sich mein Standpunkt und mein Urteil über diese Stadt nicht wesentlich geändert haben. Sicherlich gewöhne ich mich mehr und mehr an meine Umgebung, die Leute und die Atmosphäre der Stadt, doch habe ich noch nicht begonnen, mich wirklich wohl zu fühlen. Vielleicht liegt das daran, dass der Stadt etwas wichtiges fehlt: Charakter.

Hong Kong ist eine Metropole, ein Moloch in dem beinahe 8 Millionen Menschen leben und arbeiten. Doch das allein schreckt mich nicht ab: Ich liebe New York, finde Los Angeles beeindruckend und hab nichts gegen Frankfurts unwirklich wirkende Skyline – doch eines fehlt Asia’s World City: Charakter und ein eigener Geist. Im Gegensatz zu beispielweise N.Y.C. fehlt Hong Kong das „Lebendige“ und irgendwie auch die Ästhetik, denn es gibt weit und breit keine Gegend, keinen Fleck, den man als ästhetisch und schön bezeichnen könnte. Ich erinner mich an Momente in New York, in denen ich die Stadt und seine Leute einfach nur bewundert hab und trotz der Hektik und der unbändigen Bewegung etwas menschliches gefunden habe, was sich irgendwie nach „zu Hause“ anfühlte. Sicherlich hat der Financial District etwas und sicherlich ist es da auch klinisch sauber und attraktiv, doch halte ich dieses Teilstück der Stadt nicht für repräsentativ. Sobald man sich auch nur 500m von diesem Stadtteil entfernt, sieht man die hässlichste Architektur dieser Welt, schrecklich schmutzige Gegenden und heruntergekommene Wohnungen, fertige Leute und unglaublich unangenehm riechende Straßen. Der fehlende Respekt zur Natur und zur Umgebung spiegelt sich eigentlich überall wieder – es gibt kaum Raum, in dem man sich entspannen kann oder ne kleine Auszeit nehmen kann. Die Stadt schläft nie – selbst zur spätesten Uhrzeit kann man ein konstantes Rauschen vernehmen, verursacht durch Millionen von Autos, Klimaanlagen, Busse, Schiffe und Flugzeuge… Irgendwie spiegelt diese Stadt Chinas respektlosen und unaufhaltsamen Willen wieder: Auf dem Weg zum wirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Aufschwung wird keine Rücksicht auf nichts und niemanden genommen – die Leute und die Lebensqualität spielen keine Rolle und verantwortungsbewusstes Denken steht ebenfalls nicht auf der Tagesordnung. Hong Kong ist eine besondere Stadt und auf jeden Fall sehenswert, doch eins möchte ich nie machen: hier leben. Arbeiten scheint sehr lukrativ zu sein, denn das Steuersystem und das extrem hohe Lohnniveau versüßen vielen Expats den Aufenthalt – doch eins ist und bleibt für mich dennoch unbezahlbar: Lebensqualität. Und die gibt es hier trotz all der Louis Vouittons, Versaces und Guccis, trotz all der Ritz Carltons, Peninsulas, und Mandarin Orientals, trotz all der Porsches, Lamborghinis und Ferraris nicht – denn dazu fehlt Hong Kong dann doch irgendwie das „gewisse Etwas“.

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