Hong Kong 2007

Shek-O!!!

November 14, 2007 · Kommentar schreiben

Bis Freitag dachte ich ja, dass ich diesen Ort am 16.12.2007 im Zustand einer ernsthaften geistigen Verwirrung verlassen würde, doch seitdem ich diese Oase der Ruhe, diesen letzten Flecken Natur in Hong Kong entdeckt habe, gehts mir um Längen besser – jedenfalls, wenn ich dort am Strand liege…
Nachdem ich Samstag und Sonntag schon dort war, hab ich mich heute entgegen meiner Universitären Verpflichtungen (ein nutzloser Kurs weniger, yippie) entschieden, nochmal nach Shek-O zu fahren, denn die Entspannung tut mir sichtlich gut und gebräunt im verregneten Germany anzukommen kommt auch sehr gut :)

Heute standen die Chancen auf einen sonnigen und warmen Tag nämlich sehr gut, wie man sieht:

Direkt vor meiner Haustür begegnet mir ein Chinese mit Jacke, langer Hose und Regenschirm (aufgespannt). Das kann nur eins heißen: Sonne, Sonne und noch mehr Sonne! Also, ab gings in die U-Bahn, direkt nach Shau Kei Wan und dann mit dem Bus weiter nach Shek-O:

Shau Kei Wan scheint einem nochmal kurz deutlich zu machen, was man hinter sich lässt, um das „Tal“ von Shek-O umso schöner erscheinen zu lassen…

(Wie man so ein Foto mit Selbstauslöser macht… :) Hah, da kannste mal sehen…! Nein – ich gebs zu, das ist alt und das hat Henrik geschossen!)

Nach einem kleinen Lunch hab ich mir dann schön 4 Stunden die Sonne auf den Pelz brennen lassen und einen seeeeehr angenehmen Tag gehabt. Zurück gings dann um 5 und irgendwie habe ich eine neue Hong Kong-Sportart entdeckt: „Wir versuchen konstant, die Außentemperatur drastisch zu unterbieten…“ Denn im Bus kam ich mir vor wie Iglogemüse im Kühltransporter…. Brrr… Vielleicht ist das so ein Gimmick der Regierung, damit der Absatz von Wintermänteln doch noch einen Sinn hat?! In der U-Bahn wars auch entsprechend fröstelig. Aber wenn man schonmal im Zeitalter der knappen Energiereserven ist, sind 16°C doch noch human, oder? Immerhin wäre man doch bestimmt in der Lage, Eiskristalle zu produzieren…

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O, Shek!

November 11, 2007 · 1 Kommentar

Äääähh, quatsch: Oh, Schreck!

Hong Kong ist mir die ganze Woche so auf den Zeiger gegangen, dass ich mich entgegen meiner Pläne (Shenzhen-Shopping) entschieden habe, am Samstag an den Strand zu fahren, denn das Wetter spielte mit: 25°C und Sunshine, Baby!

Dementsprechend gings mit Henrik ab nach Shek-O. Treffpunkt 11:30Uhr Caine Restaurant, erstmal was essen und entscheiden, wo es überhaupt hingehen soll. Das war aber nicht schwer, denn diese Beschreibung war einfach zu verlockend: „… das letzte Dorf in Hong Kong, einer der schönsten Strände der Insel.“ Das war wirklich nicht schwer… Also, erstml ab in die Drogerie, Sonnencreme kaufen. Und was da in den Regalen stand, hat mich erstmal umgehauen: Lichtschutzfaktor 135 (!). Kein Scheiss! Ich nenn die ab jetzt LSF ‘MJ’, denn Michael Jackson wäre bestimmt stolz auf diese Abart von Sonnenschutz… Da wird man doch weißer als vorher und kann trotzdem an den Strand – genial! Egal – ich hab die Damen erstmal gefragt, wo denn Sonnenschutz für Normalsterbliche stehen würde – und siehe da, es gab wirklich noch ne 15er, was in Deutschland schon ab und zu „Sunblock“ heißt ;)

So, danach gings ab in die U-Bahn (ja, mann kann mit der U-Bahn an den Strand fahren…) in Richtung Shau Kei Wan. So weit war ich bisher noch nie in Richtung Osten gefahren, aber Shek-O, der anvisierte Strand lag sogar noch 20 Bus-Minuten weiter Süd-Östlich. Glücklicherweise waren Bus & U-Bahn relativ leer, denn sobald die offizielle Badesaison (Ende Oktober) vorbei ist, geht der Chinese nicht mehr an den Strand. Schal und Regenjacke werden rausgeholt und unabhängg von Außentemperaturen umgelegt - es ist ja schließlich Herbst und mein Kalender sagt November! So ähnlich stell ich mir das vor. Ich kam mir jedenfalls ziemlich bescheuert vor, als ich mit FlipFlops, Badeshorts und T-Shirt Menschen in Trenchcoat, Regenjacke und Schal gegenübersaß – aber egal: Für mich bleiben 25°C und Sonne eben 25°C und Sonne, egal ob November oder Juli. Das gute daran war, dass der Strand wirklich human voll war, denn nur ein paar Expats und wenige, lebensmüde Chinesen (aaahhh!!! Sonnenstrahlen ohne Regenschirm und Mega-Sonnenhut!!!) bevölkerten den Strand:

Ahhh – das war genau das richtige. Ein totaler Kontrast zum sonstigen Hong Kong: Ruhe, frische Luft und wenig Menschen. Wie gut einem das tun kann… Man hatte beinahe das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein, nachdem man die Smog-Glocke hinter sich gelassen hatte und frische Seeluft atmen konnte…

Das war so entspannend, dass wir es dem Kollegen hier direkt nachgemacht haben und uns entspannt in die Sonne gelegt haben…

Hach, war das schöööön. Der Strand war echt die Bombe - entspannt leise, riesen Wetter und Wasser mit vernünftigem Wellengang – was will man mehr. Und gleichzeitig haben die 2 hier richtig für Ordnung gesorgt: Putzkolonne, Modell „Lampenschirm“ :)

Nachdem wir dann 3 Stunden in der Sonne gebraten hatten, wollten Henrik und ich nochmal das „letzte Dorf“ erkunden… Das war dann wie erwartet doch nicht sooo schön wie angekündigt, aber irgendwie erinnerte einen das eher an Lloret de Mar oder Mini-Rimini, denn architektonisch ansehnlich war hier mal wieder wenig. Umso ansehnlicher war aber die Halbinsel, die wir gleich noch erklommen:

Siehe da, es scheint doch noch Leute zu geben, die auf abgeschiedene Idylle wert legen und überraschender Weise Sinn für Ästhetik und Optik zu haben scheinen…

Kurz darauf ging auch schon wieder nach Hause, die Brandung grüßt:

Wenn man sich diesen Flecken Erde anschaut, kommt man schwer ins Grübeln… Mir sind fast die Tränen gekommen, denn die Kontraste sind so riesig. Man stelle sich mal vor, dass die ganze riesige Insel „HK Island“ einmal so ausgesehen haben muss. Von vorne bis hinten – mit steilen Bergen, schönen Stränden, Wäldern und Wiesen, Flora und Fauna und was man sonst noch so alles möchte… Es muss vor vielen Jahren mal wirklich erträglich gewesen sein. Bis zu dem Tage, andem ein Haufen Verrückter auf die Idee gekommen ist, dass Beton schicker als Urwald und gekachelte Promenaden schöner als Sandstrände sind…
Eigentlich war ich nie Naturfreund, aber dieser Kontrast zeigt einem auf drastische Art und Weise, was man alles falsch machen kann und wie man einen wundervollen Flecken Erde in einen stinkenden, hässlichen und lauten Moloch verwandeln kann, nur um den vermeintlichen Weg zum Erfolg möglichst schnell zu erreichen – ohne Rücksicht auf Natur, Kultur und Mensch.

Aber, nichtsdestotrotz hieß es: „Zurück in die Zivilisation“…:

Den Rückweg sind wir dann auf traditionelle Art und Weise angegangen: Mit der Tram. Die fährt nämlich seit 100 Jahren quer durch Hong Kong. Hat zwar anderthalb Stunden gedauert, war aber schön und eindrucksvoll. Denn diesen Teil von Hong Kong hatte ich vorher noch nicht gesehen… War aber auch nicht wirklich schlimm: Der einzige Unterschied war irgendwie, dass hier die Häuser nicht pastellfarben, sondern weiß (bzw. grau) waren… Naja, es lebe die Kreativität.

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Frauen und Kinder zuerst!

November 8, 2007 · 1 Kommentar

Nein, das schifft sinkt nicht – aber es verlässt den Hafen etwas früher Richtung Heimat. Die Entscheidung fiel nicht schwer, meine Pflichtzeit hier in Hong Kong endet etwas früher als erwartet und dementsprechend flieg ich direkt 24 Stunden später ab. Emirates Airline war so freundlich, meinen Flug kostenlos auf den 16.12.2007, 00:35 Uhr zu verlegen. 7 Tage scheinen nicht viel zu sein, doch 7 Tage machen mir momentan sehr viel aus. 7 Tage früher zurück, 7 Tage mehr Ruhe, 7 Tage mehr Schlaf, 7 Tage mehr gutes Essen :) ! Hört sich herrlich an… Vor allem, wenn ich bedenke, dass mein ursprünglicher Flug umgelegt wurde und nun Hong Kong-Bangkok-Dubai-Hamburg geflogen wäre… Dass sowas möglich ist, wusste ich auch noch nicht, aber ich bin froh, dass ich diese Bummelbahn-Reise nich hinter mich bringen muss – das Teil hält ja fast in jedem Kuhdorf aufm Weg! Unfassbar…

Was Hong Kong angeht: Nein, es ist zu früh, ein Schlusswort zu schreiben – dafür bin ich noch nicht nah genug am Ende. 37 Tage trennen mich noch von Flugzeug und Heimat. Aber allein der Fakt, dass ich seit der 2. Woche hier ein DINA4-Blatt mit Tagescountdown führe, sagt genug aus, denke ich. Hong Kong und ich wurden nie Freunde und selbst die Zweckbeziehung hat einfach nicht funktioniert. Wir werden uns wohl wegen „unüberbrückbarer Differenzen“ wieder trennen müssen, Gütertrennung gibts nicht – ich lass höchstens meine Handtücher hier und mein Besteck und vielleicht meine schicke Schüssel! Hah – mehr gibt’s nicht…

Nein. Der mag das gerade garnicht. Wenn ich ein Gedanke wäre, würde ich eher denken: „Oh, Scheiße, schnell raus hier…!“

Aber: Ich kann sagen, dass ich es versucht habe. Ich habe mehrere tiefe Tiefs durchlebt, hab mich mehrfach wieder aufgerafft und habs letztendlich doch nicht geschafft, in Hong Kong „anzukommen“. Es war, als wenn man Duplo- und Legosteine miteinander verbinden wollte und es einfach nicht klappen wollte. Der Kleber hat zwar kurze Zeit gehalten, „solide“ war die Geschichte aber von Vornerein nicht. Ich kann es nur wiederholen: Hong Kong ist und bleibt ein Abenteuer für mich, die Uni war die größte Enttäuschung und die Stadt ist mir einfach zu anstrengend und zu fremd, von den Menschen ganz zu schweigen. Das alles soll nicht abfällig klingen, es ist letztendlich nur meine subjektive Meinung. Doch um in Hong Kong mehr schönes als schlechtes zu finden, muss man wirklich schon die Toleranzbrille aufsetzen. Ich bin zu wenig Chamäleon, um mit dieser Welt zu verschwimmen – ich fühl mich immernoch wie ein Karnickel im Meerschweinchenstall. Es gibt definitiv schönere Orte auf dieser Welt…

Aber das hier soll ja auch kein Reiseführer sein! Und es soll auch keinen davon abhalten, Hong Kong zu besuchen. Vielleicht dient es ja irgendwann als „Orientierungshilfe“ für andere (obwohl ich bei den Suchbegriffen, mit denen Leute auf meiner Seite landen, doch etwas stutzig werde…). Mein Reiseführer würde ungefähr so beginnen:

Hong Kong Airport. Ein Wunderwert der Technik – der wahrscheinlich schönte und beste Flughafen der Welt erstreckt sich vor Ihren Füßen. Noch ärgern Sie sich über das Gewicht Ihres Gepäcks, aber bald werden sich unsere Tipps auszahlen: Atemschutzmaske, professionelle Bau-Ohrschützer, Ihre Sammlung klassischer Entspannungsmusik und eine riesen-Ration Aspirin. Auf diesem Areal werden sie auch gleich Zeuge der größten kulinarischen Attraktion der Stadt, die Sie komischerweise NUR hier auf dem Flughafen finden werden: Burger King. :)

Nein…. Ich sollte ein anderes Business wählen…

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Fottos!

November 1, 2007 · 1 Kommentar

So, da mein Account mal wieder voll war, hat’s etwas gedauert… Aber jetzt gibts mal wieder nen paar Fotos der letzten Tage.

Mein persönlicher Wecker: Jeden morgen um 7.30Uhr kommen meine 400 kleinen Nachbarn in diesen Bussen um die Ecke gekarrt (Schule im Hinterhof…). Wer weiß, was chinesische Busse machen, wenn sie rückwärts fahren??? Richtisch…: BeepBeepBeep – oder eher MööööpMööööpMööööp. Unheimlich schön bei 0.5cm dicken Scheiben… Argh.

Das ganze geht auch etwas romantischer. Am Wochenende ist ja gewöhnlich keine Schule. Zur Abwechslung gibts dann Hochzeiten (so ab 8.30 Uhr…). Irgendwie scheint grad Saison zu sein, denn pro Wochenende gibts hier locker 3-4 Hochzeiten (natürlich auch direkt in meinem Hinterhof – und Hochzeitsgesellschaften reisen hier auch in Bussen an). Argh².

Letzte Woche: Oktoberfest Hong Kong. Geht nicht klar, oder? Aber für einen, der nicht mal das deutsche Pendant besucht hat – eine wunderbare Erinnerung an Deutschland. Wiesnbier, original Bayrische Band, Bretzel und Schunkel… Sehr witzig! Hat ne Menge Spaß gebracht, wie man sieht:

Gezwungenes Foto-Lächeln, Schweden vs. Deutschland:

Ein reines Fest:

„Just like you do at home…“ – war der Kommentar dieses Süddeutschens Blasorchestermeisters, als die arme Asiatin am Alphorn debütierte:

In München steht ein Hooooofbräuhaus, oder so ähnlich:

Henrik – Codename „Tony Banana“ mit Besuch aus Deutschland (im Vordergrund): Ganz gemäß unserer Taktik: „No – I do not wanna talk to you. No I do not want you as my girlfriend. I’m gay.“ Beste Abwehrtaktik gegen aufdringliche Asiatinnen.

Ein sehr glücklicher Schwede mit deutscher Tischpartnerin (die noch nicht weiß, was ihr bevorsteht…)

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Akte HKU01.07: closed

November 1, 2007 · 1 Kommentar

Hong Kong University… „Beste“ Universität in ganz Asien. Nummer 33 in der Welt.

Traue nie einer Statistik, die Du nicht selbst manipuliert hast, hat man mir mal beigebracht… Aber die Jungs, die dieses Ranking aufgestellt haben, möchte ich echt gerne mal treffen. Meine Güte – das Thema HKU ist durch. Unten durch – den das Wort „Enttäuschung“ reicht mittlerweile nicht mehr aus. Mittlerweile treffen „Wut“ und „Fassungslosigkeit“ das ganze etwas besser.
Aber zum Glück treff ich tagtäglich Leute, die genau das beschreiben, worüber ich mich schon vor 2 Monaten aufgeregt habe: Miserabelste Organisation der Universität, unfassbar schlechte Unterlagen für die Kurse, total überforderte Professoren und granatenschlechte Lehr- & Lernbedingungen. Die Vorleser (nee… Professoren sind hier die wenigsten, Doktoren gibts genauso wenige!) haben sichtlich Schwierigkeiten, die fremden Buchstaben der schlecht vorbereiteten Vorlesungsunterlagen in ganzen Sätzen vorzulesen und kämpfen mit Aussprache und Vokabular – die Unterlagen sind mit Rechtschreibfehlern durchtränkt und Struktur und Ordnung sind irgendwo auf dem Weg verloren gegangen… Der „rote Faden“ scheint wohl in den Sweatshops im Mainland vernäht zu werden, denn den hab ich irgendwie noch nicht gefunden :(
Heute hab ich mich mit nem Schweden unterhalten, nachdem wir uns „Asian Financial Institutions“ angehört hatten. Er war total wütend und bereit allen Ernstes eine formale Beschwerde vor! Er will sich sowohl bei seiner Heimuni, als auch bei der HKU beschweren, um auf die herrschenden Bedingungen aufmerksam zu machen… Das Midterm, was wir am Dienstag geschrieben hatten, war wohl der Auslöser: „This is a serious exam! – Please do not whisper…“ Der Lehrkörper war sowas von überfordert und konnte den Haufen irgendwie nicht unter seine Kontrolle bringen. Es wurde geredet, gegessen, gelesen und was nicht sonst noch alles so – und das mitten in einerm Exam. Vielleicht lag das an den kapitalen Rechtschreibfehlern in der Aufgabenstellung? „Interlink Liquidity“ anstelle von „InterBANK Liquidity“… Hmmm… mit viel Phantasie hätte man die Aufgabe lösen können. Aber das beste kam heute: Trotz Tippfehler und starker Proteste wird die Aufgabe komplett gewertet… Muuuahahahaha – ich glaub mich tritt nen Pandabär.

Woran mag das liegen? Mir fehlt der geschichtliche Hintergrund, aber ich glaub vieles davon ist mit der Kultur des Landes verbunden. Nicht die konfusen Zustände – das meine ich nicht. Sondern dieser Reproduktionszwang und die Unfähigkeit, sich mit Wissen „auseinanderzusetzen“. Das, was unser Bildungssystem auszeichnet – ist hier kein Thema. Stoff zu verarbeiten, zu transferieren oder überhaupt nur zu verstehen spielt hier wirklich kaum eine Rolle. Es geht vielmehr darum, das was man irgendwo gelesen hat, 1:1 wiederzugeben. Nicht selten bestehen Klausuraufgaben zu 100% aus besprochenem, vorher behandeltem Stoff. Zahl für Zahl, Buchstabe für Buchstabe…. Irgendwo klar, dass dann sehr wenig hängen bleibt – bzw. wenig „Wissen“ entsteht. Ich lehn mich besser nicht zu weit aus dem Fenster, denn wenn es ums sture Auswendiglernen geht, stecken die Chinesen mich zweifach in die Tasche – ganz zu schweigen von Mathematik. Aber das ist es doch nicht, was man an einer Universität lernen sollte, oder?

Dieser „Drill“ verfolgt meine asiatischen Mitstudenten aber schon ihr Leben lang. Selbst die winzgen ABC-Schützen mit 3 oder 4 Jahren werden hier mittlerweile wieder in uniforme Kleidung gesteckt und in so genannten „Learning Crèshes“ auf das spätere Bildungssystem gestutzt. Wenn ich mir das nur vorstelle… Wie, als wenn man seinem geistigen Ich erstmal die Flügel stutzt. No way.

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Too long in China!

Oktober 29, 2007 · Kommentar schreiben

Hab gerade von nem Freund eine Liste bekommen – Titel „Too long in China“…

Ich muss einfach mal die besten Schmankerl hier reinstellen, denn es ist einfach SO wahr…:

…how do you notice that you’ve spend too much time in China…?

1. You enjoy karaoke

2. All white people look the same to you

7. You like the smell of the bus.

8. You find state-employed retail staff helpful, knowledgeable and friendly

9. You no longer need tissues to blow your nose

10. You find western toilets uncomfortable

11. You throw your used toilet paper in the basket (as a courtesy to the next person)
12. You think that the heavy air actually contains valuable nutrients that you need to stay healthy

13. You think a 30 year old woman who carries a Hello Kitty lunch box is cute

14. A sexual pervert is a man who prefers women to money.

15. Its OK to throw rubbish, including old fridges, from your 18th-floor window

16. You believe that pressing the lift button 63 times will make it move faster

27. You feel cheated if you don’t receive a full head and shoulder massage when getting a haircut

28. You blow your nose or spit on the restaurant floor (of course after making a loud hocking noise)

29. You no longer wait in line, but go immediately to the head of the queue

30. It becomes exciting to see if you can get on the lift before anyone can get off

33. You accept the fact that you have to queue to get a number for the next queue

34. You believe everything you read in the local newspaper

35. You have developed an uncontrollable urge to follow people carrying small flags

36. You regard it as part of the adventure when the waiter correctly repeats your order and the cook makes something completely different.

37. You are not surprised when three men with a ladder show up to change a light bulb
38. You look over people’s shoulder to see what they are reading

39. You honk your horn at people because they are in your way as you drive down the sidewalk

43. You have a pinky fingernail an inch long

44. You burp in any situation and don’t care

49. You have absolutely no sense of traffic rules

52. The last time you visited your mother, you gave her your business card

55. When looking out the window, you think “Wow, so many trees!” instead of “Wow, so much concrete!”

56. Pollution, what pollution?

57. You think “white pills, blue pills, and pink powder” is an adequate answer to the question “What are you giving me, doctor?”  

Göttlich – aber sowas von wahr :)

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Trau keinem Chinesen mit schwarzen Haaren!

Oktober 29, 2007 · Kommentar schreiben

Die blonden sind ganz OK – aber davon gibt’s echt mal wenige… Ich glaub ich hab schon 2 gesehen – die waren aber Albinos, zählen die?

Hmmm… Ich muss mich hier mal wieder zu Wort melden, immerhin sind schon wieder so viele Tage vergangen, ohne dass ich was schriftlich festgehalten hab. Nach dem Universitäts-Disaster haben sich meine Prioritäten „etwas“ verschoben, das heißt: Entspannt frühstücken, relaxed in der Uni sein und abends lecker nen Büchlein lesen. Ich hab sowieso in den letzten Semestern kaum was außer Uni-Lektüre gelesen (*schääääm*). Dafür wird jetzt richtig losgelegt: Machiavelli & Kerkeling und die eine oder andere Finanzlektüre machen sich es gerade auf meinem Nachtisch gemütlich. Ja, der feine Herr kann nicht ohne Bildung – und wenn die asiatische Bildungselite nichts zu bieten hat, wird halt anderweitig nachgeholfen.

Apropos Bildungselite, sprich HKU… Der Verein nervt mich momentan nur noch. Irgendwie hab ich mittlerweile das Gefühl, als wenn die Chinesen manchmal deftig rassistisch sind. Seltsame Erfahrung, aber ohne witz: Klein, gelb – aber grausam. Wir (Austauschstudenten) sind manchmal wirklich nur Beiwerk und scheinen den Drill hier nur unnötig zu verlangsamen. Wenn ich ab und zu mal ne Frage stelle, gibts ziemlich abfällige Blicke und wenig Respekt. Das gleiche Bild zeigt sich aber auch in der Stadt – da ist das ganze aber auch ein bisschen nachvollziehbarer, denn die „Expats“ leben hier ein anderes Leben. Isoliert, mit enormem Lebensstandard (im Vergleich zum Rest) und unintegriert. Ich hab noch nie 2 Kulturen so sauber voneinander getrennt leben sehen. Die Expats sind wirklich „heimatlos“ (ex patria) und scheinen sich an diesem Fakt auch nicht zu stören… Ohne jemandem zu nahe zu treten zu wollen: Viele von denen sind nur wegen des Geldes hier, denn mit nem Expat-Vertrag verdient man ein Schweinegeld (Steuern: vielleicht 10%…) und die, die nicht wegen des Geldes hier sind, haben was verbrochen - so kommt mir das jedenfalls vor. Wer gibt sonst alles und jeden in der Heimat auf, um am Arsch der Heide unter 8 Millionen Chinesen zu arbeiten?

Was Hong Kong fehlt: Weltoffenheit. Metropolitan Culture. Lifestyle. Verglichen mit New York, Paris, London oder L.A. leben die Kulturen hier wirklich nebeneinander her. Sicherlich gibt es auch in NY „Chinatowns“ und „Little Italys“, aber die Bereitschaft, eine multikulturelle Gesellschaft existieren zu lassen, ist meiner Ansicht nach größer. In Hong Kong sind die Grenzen doch (noch?) sehr scharf abgesteckt.

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You always have a choice.

Oktober 23, 2007 · Kommentar schreiben

Trällert mir meine Musik vor. Irgendwie seltsam – auf eine unerwartete Art und Weise scheint mir meine Umwelt in letzter Zeit ab und zu gute Ratschläge zu geben: Sein es Plakate, meine Musik oder einfach nur ein Buch…

You always have a choice – ich habe immer die Wahl, die Möglichkeit, meine eigenen Entscheidungen zu treffen. Immer. Überall. Die Wahl hatte ich definitiv… gehabt. Dachte ich bisher. Denn auch jetzt noch habe ich die Wahl, ich kann Entscheidungen treffen und festlegen, was gut für mich ist – und was nicht. Heute war wieder einmal ein bemerkenswerter Tag, um es vorsichtig auszudrücken. Das Midterm war – naja, ich hab schon dazu geschrieben… Danach gabs wieder meine Lieblingsvorlesung (die ohne Struktur, Folien, Buch und so weiter…) und anschließend (um 18.30 Uhr) eine 3-stündige (!) Vorlesung über chinesische Regulierung und Rechnungslegung, die eigentlich das verhauene Midterm-Exam „ersetzen“ sollte, sprich mich und meine Kursambitionen wieder ins Gleichgewicht bringen sollte. Kann man sich doch denken: Rechnungslegung & China – das passt doch gut, vor allem bei meinen deutschen Schwerpunkten! Lernt man was über China und gleichzeitig noch was für’s Leben. Und dazu war die Veranstaltung auch noch als Kollaboration mit Deloitte angepriesen! Mensch – Praxisbezug als Gratisbeigabe… Das hörte sich doch nach meiner Erlösung an!

DENKSTE! Ich setzt mich rein und bin der EINZIGE Austauschstudent, nicht mal ABCs oder ABKs saßen hier – also diejenigen, die sich als Chinesen tarnen und letztendlich Amerikaner sind… (American Born Chinese / Koreans…). Dementsprechend schaute mich die Dozentin auch etwas verwirrt an, um es milde auszudrücken. Ihre Verwunderung konnte ich auch nach einigen Minuten verstehen, als dann die Abstimmung kam, ob denn Putonghua (Hochchinesisch) für Fragen und Erklärungen genehmigt werden sollte. Puntonghwas? Ich hab vorsichtshalber mal mit „Nein“ abgestimmt…

Wurde aber irgendwie überstimmt… Naja – heißt ja erstmal nichts schlimmes! Wozu gibt es denn Bücher. ÄÄäähh, ja – Bücher. Für diesen Kurs gabs keine. Ähh, Quatsch – es gibt welche. Aber die sind in Chinesisch. Immerhin geht es hier ja um chinesische Tatsachen. Sauber… noch hatte ich nicht aufgegeben – immerhin hatte sich ja ein Gastredner von Deloitte Touche Tomatsu angekündigt (eine der „Big 4″-Accounting Firms) – und der hieß Jonathan mit Vornamen, das „Yuen“ als Nachnamen störte mich erstmal nicht. Der gute Mann war Partner bei Deloitte und kam nach kurzer Zeit auch in den Saal… Vorher wurde mir freundlicher Weise der Lebenslauf vorgelesen, denn der war nur in Chinesisch vorhanden. Aber der Vortrag wird bestimmt interessant, dachte ich mir…
Dachte ich. Dachte ich wirklich. Ehrlich! Hello, my name is Jonnnasssooon, i wöölk fol Deloitte – and I have never had a plessentäätion in English. FUCK!? WAS??? Der Knabe arbeitet 10 Jahre für Deloitte und spricht kaum Englisch? Och, nööö. Sauber – jetzt saß ich da mitten im Hörsaal und durfte mir 3 (!) Stunden einen Vortrag über SPEZIFIKA der chinesischen Rechnungslegung anhören. WAAAAASSS soll das? Der Kursbeschreibung war zu entnehmen, dass es sich hier um einen einleitenden Kurs handeln sollte, der Besonderheiten herausstellt und sie in politischen Kontext einordnet. Und nicht sowas! Was bringen mir Paragraphen mit chinesischen Fachbezeichnungen? Was bringen mir chinesische Handelsparagraphen (in chinesischen Schriftzeichen, versteht sich….)?

Nichts. Schade. Wirklich Schade. Chance vertan, midterm verhauen. Kurse unfreiwillig reduziert. Yippie – ich fange an, diese Universität zu lieben. Verkauft jemand günstig große Mengen an Sprengstoff? Bitte melden. Zahle bar.

Aaahhhh…. Aber zum Glück bin ich nicht mehr der einzige, der so denkt (ich vermeide bewusst das Wort „leidet“, denn diese Tragödie bringt mehr und mehr komödiale Eigenschaften ans Tageslicht). Ich versuch mal, die besten Zitate zu rezitieren:

(Schotte): „They don’t sleep! They’re fuc**** ANIMALS!“ (Zur Lern“einstellung“ unserer Kommilitonen aus China)

(Schotte): „And the worst thing: this is gonna continue all their life! Why do they call that ‘life’ again?“

(Schwedin): „My midterm? I wouldn’t call it a catastrophe – I’ll stick with ‘disaster’…“

(Deutscher): „Ich hab noch keinen Exchange-Student getroffen, der jemals die Wörter „sehr gut“ und „Prüfung“ gleichzeitig in den Mund genommen hat…“

Irgendwie witzig – hab mich heute mit ein paar Leuten unterhalten, einfach mal, um einen Überblick zu gewinnen. Ich kann bei vielen auch verstehen, dass es „ganz OK“ läuft, denn der Großteil hier ist „Exchange Student“ und nicht „Visiting Student“, so wie ich. Der Unterschied ist nicht groß, aber bedeutend. Denn ich habe keinerlei Referenzen – was Kurse angeht, was Workload angeht, und und und… Und meine fellow students haben mehrere Kurse, die bereits von Exchange Students besucht wurden, Vorgaben und Ansprechpartner. Und das erleichtert einiges. Es gibt ja nicht ohne Grund Austauschprogramme – irgendeinen Sinn soll sowas ja schon machen. Schade, dass mir das erst jetzt auffällt. Ansonsten hätte ich wohl einen einfacheren Weg gewählt.

Oder doch nicht? Hmmm… schwere Entscheidung, denn alles, was jetzt hinter mir liegt und noch vor mir liegt, beruht auf einer bewussten Entscheidung. Vielleicht an der einen oder anderen Stelle etwas undurchdacht und wagemutig – aber bewusst. Keiner hat mich gezwungen und ich habe wahrscheinlich bewusst das „Abenteuer“ gewählt – ohne es wirklich zu „wissen“. Klingt verwirrend, ist es auch. Spartaner schickten ihre männlichen Teenager alleine und unbewaffnet in den Wald – ich schick mich selber alleine und unvorbereitet nach Hong Kong. Das ist schon ne Parallele, finde ich. Und raus kommt beides mal das gleiche: Ein neuer Mensch.

Es gibt Dinge, die zeichnen einen Menschen aus und es gibt Dinge, die einen Menschen definieren – und es gibt wiederum Dinge, die variabel sind – in beide Richtungen. Auch, wenn ich hier viele negative Erfahrungen mache – ich mache Erfahrungen und Erfahrung bedeutet Lernen und Lernen ist gut… Lernen kann man nie genug – und das, was meine Monate in Asien mich lehren ist auch gut. Alles eine Frage der Perspektive, denke ich.

Apropos lernen: Morgen gehts erstmal in einen Buchladen am Exchange Square (die HongKonger Bölse oder auch Börse…), denn lernen kann man nie genug und dort gibts Büüüücher über Themen, die mich interessieren. Na, wenn das nichts ist, womit ich verlorene akademische Fortschritte aufholen kann, dann weiß ich auch nicht mehr ;)

P.s.: Dieser Abschitt ist mit Ironie zu konsumieren. Eltern haften für ihre Kinder.

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Back to Basics

Oktober 23, 2007 · Kommentar schreiben

Heute war der 2. Tag, an dem ich zurück an der Uni war… Und es ging direkt mit einem Midterm los. Monetary Economics – auf Deutsch „Geld und Währung“… Einer der Scheine, die ich eigentlich hier erledigen wollte, um sie in Deutschland ersetzen zu können.

Denkste. Das 2-stündige Exam war für mich nach geschlagenen 29 Minuten beendet. Zwecks China-Aufenthalt und Germany-Besuch war meine Vorbereitung etwas schmaler ausgefallen (hauptsächlich lags aber am fehlenden Interesse und an der absolut chaotischen Unterrichtsweise…) und das hat sich gerächt. Aber das witzige war, dass es mich nicht wirklich gestört hat. Denn das wäre verschwendete Energie gewesen. Als ich das Exampaper gesehen hatte, hab ich mich allen Ernstes kurz gefragt, ob ich nicht vielleicht versehentlich die falsche Vorlesung gewählt hab und dementsprechend was ganz anderes gelernt hab…?! Nee… Die Kursnummer stimmte. Noch nie in meinem gesamten Leben (nicht mal 1.Klasse Grundschule…) war ich so unvorbereitet in eine Klausur gegangen, aber es tat gut, denn keine Note, keine lächerliche Klausur spielt wirklich eine Rolle.

Aber die HKU macht es einem auch nicht leicht. Selbst die verbleibenden 3 Kurse, die mich interessieren sind unfassbar organisiert und so unfassbar schlecht „vorgelesen“, dass einem schlecht wird. PISA hin oder her – unser Bildungssystem rockt! Schlechtes Englisch kann man ja noch verkraften – aber bei unglaublich schlechten Tutorials, fehlenden Vorlesungsfolien, sich andauern versprechenden Lektoren, fehlendem Material und einer unmenschlichen Lernatmosphäre hört es bei mir persönlich auf.
Wenn ich ein kleiner Chinese wäre, würde ich definitiv Müllmann werden, oder Barkeeper oder sonst was. Ich würde aber nie im Leben einen freiwilligen Fuß in diese Universität setzen. „We breed Excellence“ brüllt es mich von einem großen Poster an…. OK – Recht habt ihr – irgendwas „züchtet“ ihr definitiv, aber Exzellenz sieht für mich anders aus. Ihr züchtet Computer ohne Stromanschluss, aber bei weitem keine exzellenten Graduenten. Hilfe! Ich will wieder verschusselte Deutsche Professoren haben – mit Buch, mit Folien und mit Hirn…. Büüüüdddeeee…..

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Beijing – Day 4

Oktober 23, 2007 · Kommentar schreiben

Der Vollständigkeit halber stelle ich auch noch den vierten Tag hier rein…
Nach unserem „Abenteuer“ auf der großen bösen Mauer waren wir ziemlich platt, so dass wir den Tag erstmal gemütlich eingeleitet haben: Leckeres Frühstück und dann ganz entspannt mit dem Taxi in die City, denn wir hatten am 2. Tag eine wundervolle Idee bekommen: Rikscha-Tour durch die historischen „Hutongs“ Beijings. Hutongs sind im Grunde unglaublich schmale Straßen (keine Chance mit Taxi…), in denen in alten chinesischen Gebäuden noch um die 20% der Bevölkerung Beijings wohnen.

Der arme Rikscha-Fahrer wusste wohl nicht ganz, worauf er sich eingelassen hatte, denn ich und Christina sind bei weitem nicht korpulent,aber ich denke wir stellen jeden Durchschnitts-Chinesen gewichtsmäßig sowas von in den Schatten, dass unser kleiner Fahrer ziemlich zu strampeln hatte und sein Fahrrad des öfteren knackende Geräusche von sich gab… Streckenweise hat er das Gespann sogar geschoben *ooops…*. Die Tour war aber sehr interessant, da der gute Mann sich in den Hutongs wirklich gut auskannte und uns so einige Interessante Sache erzählen konnte. Der wohl erstaunlichste Vergleich war der folgende: In den Häusern dieser Straßen wohnten in der Ming-Dynastie (war’s die Ming-Dynastie..!?) noch eine Familie, wohingegen dort heute bis zu 10 (!) Familien wohnen. Das war krass, denn die Gebäude waren nicht wirklich groß…

Mann war das anstrengend :) :

Anschließend ging es in den „Temple of Heaven Park“ – wiederum eine der Top-Attraktionen Pekings. Sehr schön – viel Feng Shui, viele Tempel und mal wieder viel zu viele Touristen… Aber wir ham’s gesehen – soviel dazu…

Da dieses Manöver mal wieder einiges an Zeit und Energie verschlungen hatte, brauchten wir 2 dringend was zu Essen. Und da uns Chinesische Nahrung (ich verzichte bewusst auf den Ausdruck „Essen“) mittlerweile aus den Ohren wieder rauskam, hatten wir eine blendende Idee: Lonely Planet raus und nach nem Italiener gesucht. Schwupps auch einen gefunden und ab ins Taxi. Doch auf dem Weg hat es Gott mit uns gut gemeint – er führte den unwissenden Taxifahrer an einer religiösen Hochburg der amerikanischen Esskultur vorbei: HOOTERS! Jawoll, alle die es kennen, werden mich gerade verfluchen, alle die es nicht kennen spätestens dann, wenn sie herausgefunden haben, was wir dort betreten hatten… Curly Fries, Cheeseburger, ESPN, Bedienungen in kurzen orangefarbenen Shorts und free Coca-Cola-Refills! Kurz gesagt: Pekings kulinarisches Refugium für alle, die einfach keine Lust mehr auf Reis & Nudeln haben. Ich würd das so gerne fotografisch dokumentieren, aber ich hab mal wieder keinen Platz bei flickr.com… Ich reich das nach ;) !

Gestärkt konnten wir den Abend dann auch noch entsprechend ausklingen lassen. Es ging ins MIX, direkt gegenüber vom VICS (wie innovativ…, wenn die wüssten) und haben das Pekinger Club-Life ausprobiert. Nicht ganz so verrückt, wie ich es erhofft hatte, aber nicht schlecht. Wann hat man das schonmal, dass einem die Haare wackeln – und dass meterweit von einer Box entfernt??? Sowas wäre in Deutschland rein TÜV-technisch nicht möglich… Aber vielleicht ist das hier notwendig, die Chinesen sind zwecks Straßenlärm und Co. wahrscheinlich sowieso alle taub.

Resumee: Peking ist China. China ist seltsam. Hong Kong ist nicht China.

Chinesen sind nochmal verschiedener als HK-Chinesen. Die kulturellen Unterschiede werden noch deutlicher – vor allem auf menschlicher Seite. Chinesen mit Ostdeutschen und HK-Chinesen mit Wessies zu vergleichen, wäre zwar fies, aber untertrieben… Denn die Unterschiede sind gravierender und offensichtlicher. Ich hatte die HK-Chinesen als verschlossen und nicht weltoffen beschrieben – doch das war bevor ich „echte“ Chinesen getroffen hatte. Der Sozialismus steckt überall und bestimmt alles und jeden. Die Denk- und Lebensweise der Chinesen ist unglaublich eingeschränkt und ich hatte das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Menschen sind hier nicht Menschen, sondern Ressourcen. Das Leben scheint kein Leben zu sein, sondern nur ein Zeitraum, in dem man möglichst viel arbeiten kann… Rücksicht, Respekt und Mitgefühl sind Fremdwörter – Individualität, freier Wille und Innovation können höchstwahrscheinlich auch mit 24.000 Schriftzeichen nicht übersetzt werden.

China entwickelt sich rasant, aber jedes Prozent Wachstum scheint mit vielen Opfern verbunden zu sein – seien es Menschen, Natur oder Lebensqualität. Es wirkt sehr gezwungen und wie ein verbitteter Wettkampf mit der Welt. Auch, wenn ich das bisher nur oberflächlich erfahren habe – irgendwie macht mir das ganze Angst und ich hab das Gefühl, dass alles irgendwann in einem großen Knall zu Ende gehen wird…

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