Hong Kong 2007

Beiträge vom Dezember 2007

One World

Dezember 16, 2007 · Kommentar schreiben

Heute gings endlich los… Nachdem ich noch Besuch aus Germany hatte, waren die letzten Tage doch garnicht mehr sooo schlimm. Clara hat sich auf ihrem Stop-Over-Trip fröhlich die City angeguckt und ich konnte ihr Abends noch das Nightlife von Hong Kong zeigen. Freitag war dann mein letzter Abend und das wurde gebührend gefeiert…
Nach einem kleinen Abstecher im „tivo“ (Kleiner Tipp: 3 Häuschen weiter ist nen 7-Eleven, da gibts das Heineken für 1/5 des Preises ;) …) gings in den „Kee Club“. Großes Kino – nette Atmosphäre, Granaten-Musik und leuchtende Gin-Tonics gefielen nicht nur meinem Besuch. Aber da war noch lange nicht Schluss, denn direkt danach gings ins „drop“, um ein letztes Mal Hong Kongs Club-Kultur zu erleben… Da Clara aber etwas gejet-lagt war, haben wir um 3 schon Schluss gemacht und ich konnte amstag früh genug aufstehen, um mein Köfferchen zu packen.. Fühlte sich zu diesem Zeitpunkt bleischwer an… Wirklich bleischwer.

Aber der Tag war ja noch lange nicht zu Ende. Es ging nach Sha Tin, denn Clara wollte unbedingt noch ein Horserace in HK sehen. Zwar ist Sha Tin nicht ganz so publik wie der Racecourse in Happy Valley, aber Samstag gabs nunmal keine Wahl. Also gings ab in die MTR und ab nach Sha Tin, wo wir uns noch 2-3 Rennen angeguckt haben. Und Sha Tin war wirklich anders: Kaum Expats, kein Bier, kein McDonalds, sondern nur spielsüchtige Chinesen… Naja, für die Erfahrung wars bestimmt nicht schlecht!
Was gut an Sha Tin ist, dass man das ganze einfach mit etwas „Kultur“ verbinden konnte, denn direkt in der Nähe befand sich die „10.000-Buddha-Monastery“, eine Institution, die sich damit schmückt, wirklich 10.380 Buddhas zu beherbergen. Natürlich sind die nicht alle groß und gold, aber der Eingang wurde definitiv von ziemlich kitschigen, großen goldenen Buddha-Statuen geschmückt, wo keine der andeen glich…

Abends wurde dann noch kräftig geshoppt, Clara’s Koffer hatte die 28-kg Schallgrenze (noch) nicht durchbrochen… und dann hieß es auch schon: Auf gehts zum Flughafen. Whao – das ging dann doch irgendwie ziemlich schnell. Auf einmal war alles „das letzte mal xxx in Hong Kong“. 4 Monate, die isch momentan anfühlen wie ein verrückter Traum. Irgendwie will es noch nicht in meinen Kopf, dass auf einmal alles vorbei ist – irgendwie fühlte es sich vor 3 Tagen noch so ewig lange an. Komisch, aber jetzt sitze ich schon auf dem Flughafen in Dubai und merke, dass diese Welt wirklich verschieden ist. Hier ist alles voller Araber, Schwarzer, ein paar verstörter Chinesen, die glaube ich die Welt nicht mehr verstehen und deutschen Pauschaltouristen… Seltsam. China kam mir so fremd und anders vor, aber je mehr Orte man besucht, desto mehr merkt man, dass die Welt verdammt verschieden ist und keine Kultur der anderen gleicht. Ich frag mich gerade, wie wohl ein Auslandssemester im arabischen Raum geworden wäre…

Nee, lieber nicht….
Erstmal wird sich sowieso auf Deutschland gefreut. Und auf Essen, denn sowas wird mir lange nicht mehr über den Weg laufen (*freu*): http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,522693,00.html

Kategorien: Auslandssemester Hong Kong

Die letzen Tage…

Dezember 13, 2007 · Kommentar schreiben

sind schon fast gezählt… Und da ich verdammt lange schon nichts mehr geschrieben habe, nutze ich den Infekt, der mich momentan davon abhält, mein Bett zu verlassen, um noch mal einen kleinen Beitrag zu verfassen. Immerhin ist heute schon Donnerstag, was so viel bedeutet, dass mein vorvorletzter Tag in Hong Kong angebrochen ist…!

Die Uni ist in den letzten Tagen so dahingeplätschert und wir haben allesamt die letzten Tage in der Bibliothek verbracht. Trotz meiner eher mageren Klausurausbeute gab es doch das eine oder andere zu tun. Leider hat alles andere (Nachtleben, Ausflüge, etc.) etwas darunter gelitten, so dass wirklich nicht viel passiert ist.

Ich freue mich riesig auf Deutschland, denn auch kurz vor dem Ende muss oder kann ich zugeben, dass Hong Kong nicht meine Welt war und sein wird. Ich hab mich nie wirklich wohlgefühlt – auch, wenn ich es streckenweise wirklich stark versucht habe. Man muss schon in der Lage sein, über wesentliche Dinge hinwegzusehen und vieles ausblenden können, um in dieser Stadt mehr positives als negatives zu sehen. Dabei möchte ich nicht alles schwarzmalen, aber es kann mir keiner erzählen, dass Hong Kong es einem einfach macht… Hong Kong bietet unheimlich viele Gelegenheiten und ermöglicht vielen einen „Neustart“. Egal wo man herkommt, in HK ist erstmal alles möglich. Doch stehen für mich auf der anderen Seite der Gleichung zu viele schwerwiegende Argumente, die nie im Leben durch Geld, Erfolg und der Möglichkeit, „neu anzufangen“, eliminiert werden könnten.

Hong Kong ist in vielerlei Hinsicht ein Abbild von „Sin City“. Hier ist alles möglich, die Kontraste sind enorm und irgendwie hatte ich zu viel das Gefühl, dass Rücksicht, Freundschaft und Wärme nichts zählen. Angefangen von den manchmal schon erschreckenden Zuständen in Wan Chai, dem Rotlichbezirk in dem jeder noch so verschrobene Schraubenhersteller aus dem Schwabenländle trotz Oberlippenbart und Halbglatze nochmal seinen 2. Frühling erlebt, bis hin zu den riesigen Kontrasten zwischen der weltgrößten Rolls-Royce Bestellung des Peninsulas und den unzähligen Sozialwohnungen, in denen der Großteil (!) der Hong Konger Bevölkerung auf unwürdigen 30-40qm pro Familie (3-5 Menschen) lebt…

Jemand hat mal zu mir gesagt: „Don’t blame them – that’s just Chinese!“, was soviel bedeutet wie: Die können da nichts für, so ist China halt… Klar – wenn man sein Leben lang nichts anderes gewohnt ist und die Welt nicht anders kennt, dann merkt man irgendwann nichts mehr und das kleinste Flimmern erscheint auf einmal wie ein Flutlichtmast… Aber mal ganz ehrlich: Wir Europäer wissen NICHTS über China. Jedenfalls kann ich das aus meiner eigenen Erfahrung sagen: Als ich hierhergekommen war, war China für mich Kultur, Respekt, schöne Tempel, Terrakottakrieger und Fahrräder. Das, was sich aber wirklich im Fernen Osten abspielt, hat absolut nichts mit dieser Wahrnehmung am Hut. Wer sich nur einmal die Mühe macht, Abseits von HK-Central, Abseits von der verbotenen Stadt und Abseits der Großen Mauer, mit offenen Augen umzuschauen, sieht das, was China wirklich ist und versucht zu sein… China ist seit einigen Jahren auf dem Weg, eine der großen Weltmächte zu sein – und das mit Biegen und Brechen und einem unheimlichen Tempo. Dass da vieles unter den Tisch fällt, bzw. unter den Teppich gekehrt wird, kann man verstehen. Für mich ist es schwer, die Parallelen zwischen „unserer“ Industrialisierung und der derzeitigen Entwicklung in China zu sehen - aber wer weiß: Vielleicht haben wir damals ja eine ähnliche Entwicklung durchgemacht und haben uns einfach etwas mehr Zeit gelassen?! Hmmm… wir werden alle sehen, was dabei rauskommt, nicht wahr?!

Bevor ich nach China gekommen war, hat mir ebenfalls mal jemand erzählt, dass es in China ja so viele Millionenstädte geben würde, von denen die meisten Europäer ja noch nie gehört hätten: Shenzhen, Guangzhao, Chengdu… Klar – dies sind alles Epizentren der Chinesischen Entwicklung, aber im Gegensatz zu San Francisco, New York, Madrid, Paris, Berlin und, und, und sind diese Städte innerhalb von 10-15 Jahren aus dem Boden gepresst worden und bieten neben einem stattlichen BIP und hohen Wachstumsraten absolut N.I.C.H.T.S. ! Auf mich haben die Städte, die ich hier gesehen habe den Eindruck von Geisterstädten gemacht, denn neben den paar Relikten der Kultur, die man stehengelassen hat, hatten sich mir nur unansehnliche Hoch-Wohnhäuser und charaktelose Städte offenbart… Hmm… Vielleicht hätte ich das alles als ein riesiges Gelsenkirchen sehen sollen: Hässlich, aber irgendwie doch wichtig für Aufschwung und Land ;) ?! Ich bin auf jedenfall gespannt, was mit China passiert… Ich bin mittlerweile auch Anhänger der Verschwörungstheorie, die behauptet, dass in China nach den Olympischen Spielen etwas „großes“ passiert – was, das weiß nur Nostradamus oder die Illuminati, nicht wahr…? :)

Ich schwinge Samstag Nacht aber wieder meine Flügel und steige mit großer Vorfreude in meinen Emirates-Flieger und freue mich auf ein leckeres Essen in Hamburch City…

Ich hab mich beim Schießen des Fotos gefragt, was dem armen kleinen Kerl wohl durch den Kopf gegangen sein muss – aber irgendwie hab ich manchmal das Gefühl, dass wir in diesem einen Moment genau das gleiche gedacht haben müssen…

Kategorien: Auslandssemester Hong Kong

Advent, Advent…

Dezember 3, 2007 · 2 Kommentare

ein Lichtlein brennt…

Nachdem ich schon böse Countdown-Verbote aus der Heimat bekommen hatte, fange ich heute offiziell wieder an, zu zählen: 13 :) ! Die verflixte dreizehn und die letzten 2 Wochen in Hong Kong…

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