Hong Kong 2007

Fottos!

November 1, 2007 · 1 Kommentar

So, da mein Account mal wieder voll war, hat’s etwas gedauert… Aber jetzt gibts mal wieder nen paar Fotos der letzten Tage.

Mein persönlicher Wecker: Jeden morgen um 7.30Uhr kommen meine 400 kleinen Nachbarn in diesen Bussen um die Ecke gekarrt (Schule im Hinterhof…). Wer weiß, was chinesische Busse machen, wenn sie rückwärts fahren??? Richtisch…: BeepBeepBeep – oder eher MööööpMööööpMööööp. Unheimlich schön bei 0.5cm dicken Scheiben… Argh.

Das ganze geht auch etwas romantischer. Am Wochenende ist ja gewöhnlich keine Schule. Zur Abwechslung gibts dann Hochzeiten (so ab 8.30 Uhr…). Irgendwie scheint grad Saison zu sein, denn pro Wochenende gibts hier locker 3-4 Hochzeiten (natürlich auch direkt in meinem Hinterhof – und Hochzeitsgesellschaften reisen hier auch in Bussen an). Argh².

Letzte Woche: Oktoberfest Hong Kong. Geht nicht klar, oder? Aber für einen, der nicht mal das deutsche Pendant besucht hat – eine wunderbare Erinnerung an Deutschland. Wiesnbier, original Bayrische Band, Bretzel und Schunkel… Sehr witzig! Hat ne Menge Spaß gebracht, wie man sieht:

Gezwungenes Foto-Lächeln, Schweden vs. Deutschland:

Ein reines Fest:

„Just like you do at home…“ – war der Kommentar dieses Süddeutschens Blasorchestermeisters, als die arme Asiatin am Alphorn debütierte:

In München steht ein Hooooofbräuhaus, oder so ähnlich:

Henrik – Codename „Tony Banana“ mit Besuch aus Deutschland (im Vordergrund): Ganz gemäß unserer Taktik: „No – I do not wanna talk to you. No I do not want you as my girlfriend. I’m gay.“ Beste Abwehrtaktik gegen aufdringliche Asiatinnen.

Ein sehr glücklicher Schwede mit deutscher Tischpartnerin (die noch nicht weiß, was ihr bevorsteht…)

Kategorien: Auslandssemester Hong Kong

Akte HKU01.07: closed

November 1, 2007 · 1 Kommentar

Hong Kong University… „Beste“ Universität in ganz Asien. Nummer 33 in der Welt.

Traue nie einer Statistik, die Du nicht selbst manipuliert hast, hat man mir mal beigebracht… Aber die Jungs, die dieses Ranking aufgestellt haben, möchte ich echt gerne mal treffen. Meine Güte – das Thema HKU ist durch. Unten durch – den das Wort „Enttäuschung“ reicht mittlerweile nicht mehr aus. Mittlerweile treffen „Wut“ und „Fassungslosigkeit“ das ganze etwas besser.
Aber zum Glück treff ich tagtäglich Leute, die genau das beschreiben, worüber ich mich schon vor 2 Monaten aufgeregt habe: Miserabelste Organisation der Universität, unfassbar schlechte Unterlagen für die Kurse, total überforderte Professoren und granatenschlechte Lehr- & Lernbedingungen. Die Vorleser (nee… Professoren sind hier die wenigsten, Doktoren gibts genauso wenige!) haben sichtlich Schwierigkeiten, die fremden Buchstaben der schlecht vorbereiteten Vorlesungsunterlagen in ganzen Sätzen vorzulesen und kämpfen mit Aussprache und Vokabular – die Unterlagen sind mit Rechtschreibfehlern durchtränkt und Struktur und Ordnung sind irgendwo auf dem Weg verloren gegangen… Der „rote Faden“ scheint wohl in den Sweatshops im Mainland vernäht zu werden, denn den hab ich irgendwie noch nicht gefunden :(
Heute hab ich mich mit nem Schweden unterhalten, nachdem wir uns „Asian Financial Institutions“ angehört hatten. Er war total wütend und bereit allen Ernstes eine formale Beschwerde vor! Er will sich sowohl bei seiner Heimuni, als auch bei der HKU beschweren, um auf die herrschenden Bedingungen aufmerksam zu machen… Das Midterm, was wir am Dienstag geschrieben hatten, war wohl der Auslöser: „This is a serious exam! – Please do not whisper…“ Der Lehrkörper war sowas von überfordert und konnte den Haufen irgendwie nicht unter seine Kontrolle bringen. Es wurde geredet, gegessen, gelesen und was nicht sonst noch alles so – und das mitten in einerm Exam. Vielleicht lag das an den kapitalen Rechtschreibfehlern in der Aufgabenstellung? „Interlink Liquidity“ anstelle von „InterBANK Liquidity“… Hmmm… mit viel Phantasie hätte man die Aufgabe lösen können. Aber das beste kam heute: Trotz Tippfehler und starker Proteste wird die Aufgabe komplett gewertet… Muuuahahahaha – ich glaub mich tritt nen Pandabär.

Woran mag das liegen? Mir fehlt der geschichtliche Hintergrund, aber ich glaub vieles davon ist mit der Kultur des Landes verbunden. Nicht die konfusen Zustände – das meine ich nicht. Sondern dieser Reproduktionszwang und die Unfähigkeit, sich mit Wissen „auseinanderzusetzen“. Das, was unser Bildungssystem auszeichnet – ist hier kein Thema. Stoff zu verarbeiten, zu transferieren oder überhaupt nur zu verstehen spielt hier wirklich kaum eine Rolle. Es geht vielmehr darum, das was man irgendwo gelesen hat, 1:1 wiederzugeben. Nicht selten bestehen Klausuraufgaben zu 100% aus besprochenem, vorher behandeltem Stoff. Zahl für Zahl, Buchstabe für Buchstabe…. Irgendwo klar, dass dann sehr wenig hängen bleibt – bzw. wenig „Wissen“ entsteht. Ich lehn mich besser nicht zu weit aus dem Fenster, denn wenn es ums sture Auswendiglernen geht, stecken die Chinesen mich zweifach in die Tasche – ganz zu schweigen von Mathematik. Aber das ist es doch nicht, was man an einer Universität lernen sollte, oder?

Dieser „Drill“ verfolgt meine asiatischen Mitstudenten aber schon ihr Leben lang. Selbst die winzgen ABC-Schützen mit 3 oder 4 Jahren werden hier mittlerweile wieder in uniforme Kleidung gesteckt und in so genannten „Learning Crèshes“ auf das spätere Bildungssystem gestutzt. Wenn ich mir das nur vorstelle… Wie, als wenn man seinem geistigen Ich erstmal die Flügel stutzt. No way.

Kategorien: Auslandssemester Hong Kong