Hong Kong 2007

Beiträge vom Oktober 2007

Too long in China!

Oktober 29, 2007 · Kommentar schreiben

Hab gerade von nem Freund eine Liste bekommen – Titel „Too long in China“…

Ich muss einfach mal die besten Schmankerl hier reinstellen, denn es ist einfach SO wahr…:

…how do you notice that you’ve spend too much time in China…?

1. You enjoy karaoke

2. All white people look the same to you

7. You like the smell of the bus.

8. You find state-employed retail staff helpful, knowledgeable and friendly

9. You no longer need tissues to blow your nose

10. You find western toilets uncomfortable

11. You throw your used toilet paper in the basket (as a courtesy to the next person)
12. You think that the heavy air actually contains valuable nutrients that you need to stay healthy

13. You think a 30 year old woman who carries a Hello Kitty lunch box is cute

14. A sexual pervert is a man who prefers women to money.

15. Its OK to throw rubbish, including old fridges, from your 18th-floor window

16. You believe that pressing the lift button 63 times will make it move faster

27. You feel cheated if you don’t receive a full head and shoulder massage when getting a haircut

28. You blow your nose or spit on the restaurant floor (of course after making a loud hocking noise)

29. You no longer wait in line, but go immediately to the head of the queue

30. It becomes exciting to see if you can get on the lift before anyone can get off

33. You accept the fact that you have to queue to get a number for the next queue

34. You believe everything you read in the local newspaper

35. You have developed an uncontrollable urge to follow people carrying small flags

36. You regard it as part of the adventure when the waiter correctly repeats your order and the cook makes something completely different.

37. You are not surprised when three men with a ladder show up to change a light bulb
38. You look over people’s shoulder to see what they are reading

39. You honk your horn at people because they are in your way as you drive down the sidewalk

43. You have a pinky fingernail an inch long

44. You burp in any situation and don’t care

49. You have absolutely no sense of traffic rules

52. The last time you visited your mother, you gave her your business card

55. When looking out the window, you think “Wow, so many trees!” instead of “Wow, so much concrete!”

56. Pollution, what pollution?

57. You think “white pills, blue pills, and pink powder” is an adequate answer to the question “What are you giving me, doctor?”  

Göttlich – aber sowas von wahr :)

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Trau keinem Chinesen mit schwarzen Haaren!

Oktober 29, 2007 · Kommentar schreiben

Die blonden sind ganz OK – aber davon gibt’s echt mal wenige… Ich glaub ich hab schon 2 gesehen – die waren aber Albinos, zählen die?

Hmmm… Ich muss mich hier mal wieder zu Wort melden, immerhin sind schon wieder so viele Tage vergangen, ohne dass ich was schriftlich festgehalten hab. Nach dem Universitäts-Disaster haben sich meine Prioritäten „etwas“ verschoben, das heißt: Entspannt frühstücken, relaxed in der Uni sein und abends lecker nen Büchlein lesen. Ich hab sowieso in den letzten Semestern kaum was außer Uni-Lektüre gelesen (*schääääm*). Dafür wird jetzt richtig losgelegt: Machiavelli & Kerkeling und die eine oder andere Finanzlektüre machen sich es gerade auf meinem Nachtisch gemütlich. Ja, der feine Herr kann nicht ohne Bildung – und wenn die asiatische Bildungselite nichts zu bieten hat, wird halt anderweitig nachgeholfen.

Apropos Bildungselite, sprich HKU… Der Verein nervt mich momentan nur noch. Irgendwie hab ich mittlerweile das Gefühl, als wenn die Chinesen manchmal deftig rassistisch sind. Seltsame Erfahrung, aber ohne witz: Klein, gelb – aber grausam. Wir (Austauschstudenten) sind manchmal wirklich nur Beiwerk und scheinen den Drill hier nur unnötig zu verlangsamen. Wenn ich ab und zu mal ne Frage stelle, gibts ziemlich abfällige Blicke und wenig Respekt. Das gleiche Bild zeigt sich aber auch in der Stadt – da ist das ganze aber auch ein bisschen nachvollziehbarer, denn die „Expats“ leben hier ein anderes Leben. Isoliert, mit enormem Lebensstandard (im Vergleich zum Rest) und unintegriert. Ich hab noch nie 2 Kulturen so sauber voneinander getrennt leben sehen. Die Expats sind wirklich „heimatlos“ (ex patria) und scheinen sich an diesem Fakt auch nicht zu stören… Ohne jemandem zu nahe zu treten zu wollen: Viele von denen sind nur wegen des Geldes hier, denn mit nem Expat-Vertrag verdient man ein Schweinegeld (Steuern: vielleicht 10%…) und die, die nicht wegen des Geldes hier sind, haben was verbrochen - so kommt mir das jedenfalls vor. Wer gibt sonst alles und jeden in der Heimat auf, um am Arsch der Heide unter 8 Millionen Chinesen zu arbeiten?

Was Hong Kong fehlt: Weltoffenheit. Metropolitan Culture. Lifestyle. Verglichen mit New York, Paris, London oder L.A. leben die Kulturen hier wirklich nebeneinander her. Sicherlich gibt es auch in NY „Chinatowns“ und „Little Italys“, aber die Bereitschaft, eine multikulturelle Gesellschaft existieren zu lassen, ist meiner Ansicht nach größer. In Hong Kong sind die Grenzen doch (noch?) sehr scharf abgesteckt.

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You always have a choice.

Oktober 23, 2007 · Kommentar schreiben

Trällert mir meine Musik vor. Irgendwie seltsam – auf eine unerwartete Art und Weise scheint mir meine Umwelt in letzter Zeit ab und zu gute Ratschläge zu geben: Sein es Plakate, meine Musik oder einfach nur ein Buch…

You always have a choice – ich habe immer die Wahl, die Möglichkeit, meine eigenen Entscheidungen zu treffen. Immer. Überall. Die Wahl hatte ich definitiv… gehabt. Dachte ich bisher. Denn auch jetzt noch habe ich die Wahl, ich kann Entscheidungen treffen und festlegen, was gut für mich ist – und was nicht. Heute war wieder einmal ein bemerkenswerter Tag, um es vorsichtig auszudrücken. Das Midterm war – naja, ich hab schon dazu geschrieben… Danach gabs wieder meine Lieblingsvorlesung (die ohne Struktur, Folien, Buch und so weiter…) und anschließend (um 18.30 Uhr) eine 3-stündige (!) Vorlesung über chinesische Regulierung und Rechnungslegung, die eigentlich das verhauene Midterm-Exam „ersetzen“ sollte, sprich mich und meine Kursambitionen wieder ins Gleichgewicht bringen sollte. Kann man sich doch denken: Rechnungslegung & China – das passt doch gut, vor allem bei meinen deutschen Schwerpunkten! Lernt man was über China und gleichzeitig noch was für’s Leben. Und dazu war die Veranstaltung auch noch als Kollaboration mit Deloitte angepriesen! Mensch – Praxisbezug als Gratisbeigabe… Das hörte sich doch nach meiner Erlösung an!

DENKSTE! Ich setzt mich rein und bin der EINZIGE Austauschstudent, nicht mal ABCs oder ABKs saßen hier – also diejenigen, die sich als Chinesen tarnen und letztendlich Amerikaner sind… (American Born Chinese / Koreans…). Dementsprechend schaute mich die Dozentin auch etwas verwirrt an, um es milde auszudrücken. Ihre Verwunderung konnte ich auch nach einigen Minuten verstehen, als dann die Abstimmung kam, ob denn Putonghua (Hochchinesisch) für Fragen und Erklärungen genehmigt werden sollte. Puntonghwas? Ich hab vorsichtshalber mal mit „Nein“ abgestimmt…

Wurde aber irgendwie überstimmt… Naja – heißt ja erstmal nichts schlimmes! Wozu gibt es denn Bücher. ÄÄäähh, ja – Bücher. Für diesen Kurs gabs keine. Ähh, Quatsch – es gibt welche. Aber die sind in Chinesisch. Immerhin geht es hier ja um chinesische Tatsachen. Sauber… noch hatte ich nicht aufgegeben – immerhin hatte sich ja ein Gastredner von Deloitte Touche Tomatsu angekündigt (eine der „Big 4″-Accounting Firms) – und der hieß Jonathan mit Vornamen, das „Yuen“ als Nachnamen störte mich erstmal nicht. Der gute Mann war Partner bei Deloitte und kam nach kurzer Zeit auch in den Saal… Vorher wurde mir freundlicher Weise der Lebenslauf vorgelesen, denn der war nur in Chinesisch vorhanden. Aber der Vortrag wird bestimmt interessant, dachte ich mir…
Dachte ich. Dachte ich wirklich. Ehrlich! Hello, my name is Jonnnasssooon, i wöölk fol Deloitte – and I have never had a plessentäätion in English. FUCK!? WAS??? Der Knabe arbeitet 10 Jahre für Deloitte und spricht kaum Englisch? Och, nööö. Sauber – jetzt saß ich da mitten im Hörsaal und durfte mir 3 (!) Stunden einen Vortrag über SPEZIFIKA der chinesischen Rechnungslegung anhören. WAAAAASSS soll das? Der Kursbeschreibung war zu entnehmen, dass es sich hier um einen einleitenden Kurs handeln sollte, der Besonderheiten herausstellt und sie in politischen Kontext einordnet. Und nicht sowas! Was bringen mir Paragraphen mit chinesischen Fachbezeichnungen? Was bringen mir chinesische Handelsparagraphen (in chinesischen Schriftzeichen, versteht sich….)?

Nichts. Schade. Wirklich Schade. Chance vertan, midterm verhauen. Kurse unfreiwillig reduziert. Yippie – ich fange an, diese Universität zu lieben. Verkauft jemand günstig große Mengen an Sprengstoff? Bitte melden. Zahle bar.

Aaahhhh…. Aber zum Glück bin ich nicht mehr der einzige, der so denkt (ich vermeide bewusst das Wort „leidet“, denn diese Tragödie bringt mehr und mehr komödiale Eigenschaften ans Tageslicht). Ich versuch mal, die besten Zitate zu rezitieren:

(Schotte): „They don’t sleep! They’re fuc**** ANIMALS!“ (Zur Lern“einstellung“ unserer Kommilitonen aus China)

(Schotte): „And the worst thing: this is gonna continue all their life! Why do they call that ‘life’ again?“

(Schwedin): „My midterm? I wouldn’t call it a catastrophe – I’ll stick with ‘disaster’…“

(Deutscher): „Ich hab noch keinen Exchange-Student getroffen, der jemals die Wörter „sehr gut“ und „Prüfung“ gleichzeitig in den Mund genommen hat…“

Irgendwie witzig – hab mich heute mit ein paar Leuten unterhalten, einfach mal, um einen Überblick zu gewinnen. Ich kann bei vielen auch verstehen, dass es „ganz OK“ läuft, denn der Großteil hier ist „Exchange Student“ und nicht „Visiting Student“, so wie ich. Der Unterschied ist nicht groß, aber bedeutend. Denn ich habe keinerlei Referenzen – was Kurse angeht, was Workload angeht, und und und… Und meine fellow students haben mehrere Kurse, die bereits von Exchange Students besucht wurden, Vorgaben und Ansprechpartner. Und das erleichtert einiges. Es gibt ja nicht ohne Grund Austauschprogramme – irgendeinen Sinn soll sowas ja schon machen. Schade, dass mir das erst jetzt auffällt. Ansonsten hätte ich wohl einen einfacheren Weg gewählt.

Oder doch nicht? Hmmm… schwere Entscheidung, denn alles, was jetzt hinter mir liegt und noch vor mir liegt, beruht auf einer bewussten Entscheidung. Vielleicht an der einen oder anderen Stelle etwas undurchdacht und wagemutig – aber bewusst. Keiner hat mich gezwungen und ich habe wahrscheinlich bewusst das „Abenteuer“ gewählt – ohne es wirklich zu „wissen“. Klingt verwirrend, ist es auch. Spartaner schickten ihre männlichen Teenager alleine und unbewaffnet in den Wald – ich schick mich selber alleine und unvorbereitet nach Hong Kong. Das ist schon ne Parallele, finde ich. Und raus kommt beides mal das gleiche: Ein neuer Mensch.

Es gibt Dinge, die zeichnen einen Menschen aus und es gibt Dinge, die einen Menschen definieren – und es gibt wiederum Dinge, die variabel sind – in beide Richtungen. Auch, wenn ich hier viele negative Erfahrungen mache – ich mache Erfahrungen und Erfahrung bedeutet Lernen und Lernen ist gut… Lernen kann man nie genug – und das, was meine Monate in Asien mich lehren ist auch gut. Alles eine Frage der Perspektive, denke ich.

Apropos lernen: Morgen gehts erstmal in einen Buchladen am Exchange Square (die HongKonger Bölse oder auch Börse…), denn lernen kann man nie genug und dort gibts Büüüücher über Themen, die mich interessieren. Na, wenn das nichts ist, womit ich verlorene akademische Fortschritte aufholen kann, dann weiß ich auch nicht mehr ;)

P.s.: Dieser Abschitt ist mit Ironie zu konsumieren. Eltern haften für ihre Kinder.

Kategorien: Auslandssemester Hong Kong

Back to Basics

Oktober 23, 2007 · Kommentar schreiben

Heute war der 2. Tag, an dem ich zurück an der Uni war… Und es ging direkt mit einem Midterm los. Monetary Economics – auf Deutsch „Geld und Währung“… Einer der Scheine, die ich eigentlich hier erledigen wollte, um sie in Deutschland ersetzen zu können.

Denkste. Das 2-stündige Exam war für mich nach geschlagenen 29 Minuten beendet. Zwecks China-Aufenthalt und Germany-Besuch war meine Vorbereitung etwas schmaler ausgefallen (hauptsächlich lags aber am fehlenden Interesse und an der absolut chaotischen Unterrichtsweise…) und das hat sich gerächt. Aber das witzige war, dass es mich nicht wirklich gestört hat. Denn das wäre verschwendete Energie gewesen. Als ich das Exampaper gesehen hatte, hab ich mich allen Ernstes kurz gefragt, ob ich nicht vielleicht versehentlich die falsche Vorlesung gewählt hab und dementsprechend was ganz anderes gelernt hab…?! Nee… Die Kursnummer stimmte. Noch nie in meinem gesamten Leben (nicht mal 1.Klasse Grundschule…) war ich so unvorbereitet in eine Klausur gegangen, aber es tat gut, denn keine Note, keine lächerliche Klausur spielt wirklich eine Rolle.

Aber die HKU macht es einem auch nicht leicht. Selbst die verbleibenden 3 Kurse, die mich interessieren sind unfassbar organisiert und so unfassbar schlecht „vorgelesen“, dass einem schlecht wird. PISA hin oder her – unser Bildungssystem rockt! Schlechtes Englisch kann man ja noch verkraften – aber bei unglaublich schlechten Tutorials, fehlenden Vorlesungsfolien, sich andauern versprechenden Lektoren, fehlendem Material und einer unmenschlichen Lernatmosphäre hört es bei mir persönlich auf.
Wenn ich ein kleiner Chinese wäre, würde ich definitiv Müllmann werden, oder Barkeeper oder sonst was. Ich würde aber nie im Leben einen freiwilligen Fuß in diese Universität setzen. „We breed Excellence“ brüllt es mich von einem großen Poster an…. OK – Recht habt ihr – irgendwas „züchtet“ ihr definitiv, aber Exzellenz sieht für mich anders aus. Ihr züchtet Computer ohne Stromanschluss, aber bei weitem keine exzellenten Graduenten. Hilfe! Ich will wieder verschusselte Deutsche Professoren haben – mit Buch, mit Folien und mit Hirn…. Büüüüdddeeee…..

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Beijing – Day 4

Oktober 23, 2007 · Kommentar schreiben

Der Vollständigkeit halber stelle ich auch noch den vierten Tag hier rein…
Nach unserem „Abenteuer“ auf der großen bösen Mauer waren wir ziemlich platt, so dass wir den Tag erstmal gemütlich eingeleitet haben: Leckeres Frühstück und dann ganz entspannt mit dem Taxi in die City, denn wir hatten am 2. Tag eine wundervolle Idee bekommen: Rikscha-Tour durch die historischen „Hutongs“ Beijings. Hutongs sind im Grunde unglaublich schmale Straßen (keine Chance mit Taxi…), in denen in alten chinesischen Gebäuden noch um die 20% der Bevölkerung Beijings wohnen.

Der arme Rikscha-Fahrer wusste wohl nicht ganz, worauf er sich eingelassen hatte, denn ich und Christina sind bei weitem nicht korpulent,aber ich denke wir stellen jeden Durchschnitts-Chinesen gewichtsmäßig sowas von in den Schatten, dass unser kleiner Fahrer ziemlich zu strampeln hatte und sein Fahrrad des öfteren knackende Geräusche von sich gab… Streckenweise hat er das Gespann sogar geschoben *ooops…*. Die Tour war aber sehr interessant, da der gute Mann sich in den Hutongs wirklich gut auskannte und uns so einige Interessante Sache erzählen konnte. Der wohl erstaunlichste Vergleich war der folgende: In den Häusern dieser Straßen wohnten in der Ming-Dynastie (war’s die Ming-Dynastie..!?) noch eine Familie, wohingegen dort heute bis zu 10 (!) Familien wohnen. Das war krass, denn die Gebäude waren nicht wirklich groß…

Mann war das anstrengend :) :

Anschließend ging es in den „Temple of Heaven Park“ – wiederum eine der Top-Attraktionen Pekings. Sehr schön – viel Feng Shui, viele Tempel und mal wieder viel zu viele Touristen… Aber wir ham’s gesehen – soviel dazu…

Da dieses Manöver mal wieder einiges an Zeit und Energie verschlungen hatte, brauchten wir 2 dringend was zu Essen. Und da uns Chinesische Nahrung (ich verzichte bewusst auf den Ausdruck „Essen“) mittlerweile aus den Ohren wieder rauskam, hatten wir eine blendende Idee: Lonely Planet raus und nach nem Italiener gesucht. Schwupps auch einen gefunden und ab ins Taxi. Doch auf dem Weg hat es Gott mit uns gut gemeint – er führte den unwissenden Taxifahrer an einer religiösen Hochburg der amerikanischen Esskultur vorbei: HOOTERS! Jawoll, alle die es kennen, werden mich gerade verfluchen, alle die es nicht kennen spätestens dann, wenn sie herausgefunden haben, was wir dort betreten hatten… Curly Fries, Cheeseburger, ESPN, Bedienungen in kurzen orangefarbenen Shorts und free Coca-Cola-Refills! Kurz gesagt: Pekings kulinarisches Refugium für alle, die einfach keine Lust mehr auf Reis & Nudeln haben. Ich würd das so gerne fotografisch dokumentieren, aber ich hab mal wieder keinen Platz bei flickr.com… Ich reich das nach ;) !

Gestärkt konnten wir den Abend dann auch noch entsprechend ausklingen lassen. Es ging ins MIX, direkt gegenüber vom VICS (wie innovativ…, wenn die wüssten) und haben das Pekinger Club-Life ausprobiert. Nicht ganz so verrückt, wie ich es erhofft hatte, aber nicht schlecht. Wann hat man das schonmal, dass einem die Haare wackeln – und dass meterweit von einer Box entfernt??? Sowas wäre in Deutschland rein TÜV-technisch nicht möglich… Aber vielleicht ist das hier notwendig, die Chinesen sind zwecks Straßenlärm und Co. wahrscheinlich sowieso alle taub.

Resumee: Peking ist China. China ist seltsam. Hong Kong ist nicht China.

Chinesen sind nochmal verschiedener als HK-Chinesen. Die kulturellen Unterschiede werden noch deutlicher – vor allem auf menschlicher Seite. Chinesen mit Ostdeutschen und HK-Chinesen mit Wessies zu vergleichen, wäre zwar fies, aber untertrieben… Denn die Unterschiede sind gravierender und offensichtlicher. Ich hatte die HK-Chinesen als verschlossen und nicht weltoffen beschrieben – doch das war bevor ich „echte“ Chinesen getroffen hatte. Der Sozialismus steckt überall und bestimmt alles und jeden. Die Denk- und Lebensweise der Chinesen ist unglaublich eingeschränkt und ich hatte das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Menschen sind hier nicht Menschen, sondern Ressourcen. Das Leben scheint kein Leben zu sein, sondern nur ein Zeitraum, in dem man möglichst viel arbeiten kann… Rücksicht, Respekt und Mitgefühl sind Fremdwörter – Individualität, freier Wille und Innovation können höchstwahrscheinlich auch mit 24.000 Schriftzeichen nicht übersetzt werden.

China entwickelt sich rasant, aber jedes Prozent Wachstum scheint mit vielen Opfern verbunden zu sein – seien es Menschen, Natur oder Lebensqualität. Es wirkt sehr gezwungen und wie ein verbitteter Wettkampf mit der Welt. Auch, wenn ich das bisher nur oberflächlich erfahren habe – irgendwie macht mir das ganze Angst und ich hab das Gefühl, dass alles irgendwann in einem großen Knall zu Ende gehen wird…

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Beijing – Day 3: The Great Wall

Oktober 21, 2007 · Kommentar schreiben

„He who has not climbed the Great Wall is not a true man“ (Mao Zedong).

 In den Verein wollte ich dringend rein. Dementsprechend wurden am 3. Tag in Beijing die Pferde gesattelt und das Hotel morgens um 11 Uhr verlassen, um den Great Wall, DIE Mauer schlechthin, zu besuchen. Im Lonely Planet stand, dass man sich einen Taxifahrer samt Taxi für schlappe 400 Yuan (Renmimbi) mieten konnte – und da wir zu dritt waren, hörte sich nichtmal 13EUR pro Nase sehr vielversprechend an, vor allem weil wir einen der weniger touristischen Abschnitte der Mauer weit außerhalb der Stadt ansteuern wollten. Direkt vor dem Hotel wurde auch der 1. Taxifahrer rekrutiert und wir haben kollektiv, mitsamt Zeichnung und Händen und Füßen versucht zu erklären, wo wir hinwollten und was wir dafür bezahlen würden. Mit 400 Yuan sind wir vorerst nicht weit gekommen – aber bei 500 konnten wir uns vorläufig einigen und fuhren direkt darauf in Richtung „Jingshangling“ weiter…. Dort hatten wir uns vorgenommen, einen 10km-Marsch auf dem Wall hinzulegen, um dann in „Simatei“ von unserem Taxifahrer wieder abgeholt zu werden. Hörte sich blendend an, denn auch der Sonnenuntergang stand auf unserer Liste: Sonnenuntergang auf dem Great Wall – das war doch was. Jaaa, äääh…. Ich erzähl die Story lieber von vorne ;)

Also – nachdem unser Taxifahrer gefühlte 100 Telefonate in gebrülltem Putonghua geführt hatte und mindestens 5 Mal Leute auf der Straße nach dem Weg gefragt hatte (von wegen Taxifahrer sind gut in Sachen Navigation…), kamen wir unserem Ziel immer näher.

  

(Mein Guide mit zwei Chinesen… Gut nur, dass die da kein Wort lesen konnten - weiß grad auch nicht, was die da planen…).

 

(Fotowettbewerb auf dem Weg: Wer trifft Fahrradfahrer aus dem fahrenden Auto – wer hat wohl gewonnen…?)

Da die Tour immer länger und länger wurde, machten wir uns so allmählich sorgen, ob wir überhaupt ankommen würden, bzw. ob der Taxifahrer seinem Versprechen treu bleiben würde und uns für 500 Yuan transportieren würde. Nach geschlagenen 3 Stunden Fahrt im Taxi und einer verblüffend hohen Taxameter-Anzeige (warum brauch man sowas bei Fixpreisen…?), kamen wir endlich in Jingshangling an. Hmmm… Das soll eine der größten Attraktionen Chinas sein? Hier? WO zum Teufel sind all die Touristen? Anscheinend war der Kommentar „not as touristy as the Badaling-Section“ im Lonely Planet wohl wirklich ernst gemeint… Hier war NIEMAND, nichtmal der Ticket-Guide war zur Stelle – selbst den mussten wir suchen:

 Der Taxifahrer knöpfte uns schonmal 300 Yuan ab – oder besser gesagt MIR. Denn die beiden Damen, die mich begleitet haben, hatten eine überlebenswichtige Sache vergessen: GELD – und das kollektiv. So standen wir nach Abrechnung des Taxifahrers und Eintrittspreisen mit 64 Yuan da, umgerechnet 6 Euro. Super und das zu Dritt, ohne Essen und ohne Getränke! Und es war ziemlich kalt…. Im Vergleich zu Hong Kong ein riesen Unterschied: Hier herrschten knapp 13°C und wir waren eher „leicht“ bekleidet. Super Voraussetzungen für nen 10km-Lauf auf dem Great Wall, 14 Uhr Ortszeit und ca. 3 Stunden Laufweg vor uns.

Das verbleibende Geld wurde direkt in eine 1,5-Liter Flasche investiert, die wir nach langen Verhandlungen für 15 Yuan bekamen (WUCHER!)… Irgendwie hörte sich das alles nach nem billigen Teenie-Horrorfilm an. 3 Studenten alleine auf dem Great Wall, ohne Geld, ohne Essen und eigentlich viel zu spät, um vor Einbruch der Dunkelheit anzukommen… Aber wir wollten was anti-touristisches machen, ohne Menschen und mit dem „gewissen etwas“. Das bekamen wir auch, denn mir war schon am Anfang etwas mulmig bei dem Gedanken an den Marsch und das Risiko.

Aber diese Landschaft entschädigte schon am Anfang für alles. Der Oktober ist wirklich ein TOP-Monat, um die Mauer zu besuchen… Das Farbspiel war einfach unschlagbar. Nachdem wir dann doch noch ein paar Touristen getroffen hatten, machten wir uns auf – auf nach Simatei: ca. 10km Marsch auf der großen Mauer… Kann doch nicht so lange dauern, oder? Bis zum Sonnenuntergang waren’s ja noch 4 Stunden….

Der Anfang war noch sehr gut erhalten – es schien, als wenn die das Teil erst vor nen paar Jährchen gebaut hatten… Doch je weiter wir Richtung Westen wanderten, desto mehr offenbarten sich das Alter des Bauwerks und vor allem eins: Die Beschaffenheit der Natur und Landschaft, denn ab und zu war der Wall unglaublich steil…

Wie man sieht, kam die Sonne doch noch raus… Es wurde heller, wärmer und noch schöner. Ich fand das spitze:

Die Landschaft wurde von Schritt zu Schritt schöner und es offenbarten uns Katalog-ähnliche Bilder, die einfach unfassbar waren… Die Luft war unglaublich klar, kühl und mit Sonne durchtränkt. Ein krasser Kontrast zu Beijing City, wo ein Tag Smog-Luft atmen ungefähr dem Konsum einer Schachtel Zigaretten entspricht… Das, was wir hier zu sehen bekamen war wirklich so unfassbar eindrucksvoll, dass wir teilweise schweigend in der Gegend standen und unser Glück einfach nicht fassen konnten: Fern von Touristen, vollkommen alleine auf einem der 7 Weltwunder und das bei so einem Wetter: Krass!

Unfassbar: Antike Liebeserklärung! (Ich entschuldige mich provisorisch bei allen archäologisch interessierten Lesern ;) …):

Wir waren aber noch lange nicht am Ziel und der Nachmittag war bereits angebrochen… Plötzlich kam dieses mulmige Gefühl wieder zurück – alleine auf dem Great Wall: No food, no light und ziemlich fucking cold. Hmm… lieber die Beine in die Hand nehmen und auf nach Simatei: Es war noch ein „längerer“ Weg…

Es dämmerte – und nicht nur uns…. Denn eins war klar: Wenn wir ohne Licht und ohne Ziel in Sicht auf dem Great Wall zurückbleiben würden, hätten wir ein echtes Problem. Dementsprechend wandelte sich mulmiges Gefühl in Angst. Und zügiges Gehen in streckenweises Rennen… Denn Simatei war nicht in Sicht und einen Menschen hatten wir seit 90 Minuten nicht mehr gesehen. Nach einiger Zeit vernahmen wir ein lautes Singen – endlich! Ein Mensch! Dieser Mensch war ein Wächter, der mit einer extremen Saki-Fahne den Wall längsschlenderte und uns nach Tickets fragte… Tickets? Unser Ziel kann nicht mehr weit sein – doch leider wollte er nicht unsere Tickets, sondern welche aus Simatei – dort wollten wir aber hin! Ohne Ticket wollte er uns nicht durchlassen. Super! Ohne Mandarin kamen wir mit Händen und Füßen auch nicht viel weiter, doch irgendwie konnten wir ihn überzeugen, dass wir welche kaufen würden (mit welchem Geld wohl…?). Egal – weiter gings – der Junge konnte uns zwar auch nicht sagen, wie weit es noch war, aber solange konnte es ja nicht mehr sein…

Das Licht wurde immer weniger und unsere Sorgen immer größer. Doch endlich erspähten wir am Ende des Horizonts eine graue Hütte – das könnte der Eingang von Simatei sein, unsere Rettung. Und es war so – als wir dort ankamen begrüßten uns 2 Chinesen, die mir erstmal ne Flasche Wasser und ne Packung Chips verkauft haben, mein Blutzucker war weit unter Normal Null… Es blieben uns noch genau 21 Yuan und ein kleiner Fußmarsch nach Simatei… Glücklicherweise begleitete uns einer der Wächter bis zum Checkpoint… Ebenfalls mit ordentlicher Fahne – es scheint, als wenn die Jungs nicht den interessantesten Job der Welt hätten.

Aber, es kam schlimmer als wir dachten. Der Checkpoint war stockfinster und von unserem Taxifahrer war trotz phantastischer Skizze meinerseits und einem Versprechen des Taxifahrers nicht da. Scheisse – wir inmitten von 4 Wächtern und keinem Platz zum Schlafen am Arsch der chinesischen Heide… Und als Sahnehäubchen mussten wir uns noch mit einem der Typen anlegen, denn der gute Mann wollte uns nicht rauslassen, ohne das wir ein Ticket kaufen! Fuck?! Mit WELCHEM GELD? Dass Christina die ganze Zeit mit ihrer Kreditkarte wedelte, tat nicht wirklich unserem Plädoyer bei… Wir haben nach langer Diskussion den Typen einfach stehengelassen und sind Richtung Ausgang gelaufen… Dort war auch kein Taxi weit und breit und alle Touristen hatten den Ort längst verlassen. Mist! Glücklicherweise hatten wir eine Telefonnummer vom Taxifahrer… Also, ab in ein Dorfrestaurant (mehr ne Bruchbude mit Telefon und seltsamem Essen…) und wieder mit Händen und Füßen erklärt, wie man uns helfen konnte). Aus 2 Leuten in dem Restaurant wurden schnell 5 und dann 11, denn die Wächter hatten herausgefunden, wo wir waren und wollten uns mal wieder nicht gehen lassen…. Mist – das war ein Paradebeispiel von Sprachbarrieren und Zwickmühlensitutation. Doch überraschender Weise war unser Taxifahrer nicht weit und war wirklich da, um uns abzuholen… RETTUNG!!!

Der gute Mann bezahlte auch direkt unsere Schuld und befreite uns aus unserer misslichen Lage… Und es ging zurück nach Beijing – hofften wir jedenfalls. Das Taxameter stand bereits auf verdächtign 585 Yuan und wir waren noch nichtmal losgefahren… Auf dem Rückweg steuerten wir erstmal nen lokale Bank an, um unsere Liquidität aufzupolieren. Großer Fehler, denn der Taxifahrer hatte Lunte gerochen… Dementsprechend ging es NICHT direkt nach Beijing City zurück, sondern in einen kleinen Vorort, mitten in der Pampa, mitten in verwinkelten Straßen hielten wir auf einmal in einem Hinterhof voller Taxis. Scheisse – wir waren in der Höhle des Löwen und der Taxifahrer wollte uns abziehen. Er verlangte auf einmal mehr als 1000 Yuan und wollte uns erst weiterbefördern, wenn wir bezahlen.

Doch nicht mit uns… Wir zeigten ihm die Karte unseres Hotels und verdeutlichtem ihm, dass es erst Geld geben würde, wenn wir sicher dort angekommen waren. Nachdem er alles gegeben hatte und uns mehrfach aufs übelste verfluchte (glücklicherweise auf Putonghua…), gings dann wirklich noch los… Auf dem Rückweg arbeiteten wir 3 Strategien aus, wie wir am besten flüchten würden, wenn der Taxifahrer aggressiv werden würde. OK – Du öffnest die Tür und rennst auf die andere Seite und stellst Dich für die Fahrertür, ich (saß hinter dem Fahrer) halte ihn mit dem Gurt fest und ermögliche Christina auf der Beifahrerseite die Flucht… So ungefähr sah da aus – und man kann sich vorstelle, wie wohl wir 3 uns gefühlt haben… Doch wir kamen wirklich am Hotel an und ein Portier rettete uns, indem er uns die Tür öffnete -so war für Verwirrung gesorgt und der Taxifahrer konnte uns nicht mehr kidnappen ;) … Wir machten ihm nochmal deutlich, dass 500 Yuan vereinbart waren und gaben ihm 700 Yuan – samt Trinkgeld und Geld für die Tickets. Doch der Mann verlangte auf einmal 1200 Yuan und verarschte uns bei seiner Abrechnung aufs dreisteste (doppelter Ticketpreis, etc.). Wir drückten ihm das Geld in die Hand und machten uns auf in Richtung Hoteltür – der sicheren Grenze. Dachten wir – denn der Typ kam fluchend und spotzend hinterher…. Hilfe!!! Auf zur Rezeption – hier waren wir sicher. Schnell noch unser Problem dem Manager erläutert und das ganze übergeben, denn wir wollten einfach nur noch weg – ab in den Fahrstuhl, ab aufs Zimmer… Schluss mit Taxifahrermanie und Flucht.

Im Endeffekt war dieser Tag trotzdem einfach unglaublich. Das, was wir auf diesem gigantischen Steinhaufen erfahren durften, sehen durften und erleben durften, stellt bisher ALLES in den Schatten, was ich bisher erlebt habe. Dieser Ausblicke, dieses Farbspiel, dieses imposante Bauwerk… Nichts, was mir vorher auf einer Reise begegnet ist, kann mit diesem Trip mithalten. Klar war da viel Risiko involviert und sicherlich hätten wir uns besser vorbereiten können, aber vielleicht wurde es durch diesen Nervenkitzel noch ein Stück besser. Die „Don’t-trust-anyone“-Einstellung bewahrheitet sich hier leider jeden Tag… Touristen werden an allen Ecken und Enden ausgenommen und verarscht, doch wir konnten uns durchgängig dagegen wehren und kamen ungeschoren davon. Auch, wenn es knapp war – meine Fresse war das ein Tag! Ich würde nicht wegen des Tiananmen-Squares, nicht wegen der verbotenen Stadt oder sonst einer Attraktion nach Peking zurückkehren, aber für den Great Wall würde ich es direkt tun…

Kategorien: Auslandssemester Hong Kong

Beijing – Day 2

Oktober 20, 2007 · Kommentar schreiben

OOops… Jetzt hab ich vor lauter Touri-Trubel garnicht geschafft, meinen Blog zu aktualisieren. Mittlerweile sitz ich schon wieder in Hong Kong und bin sicher gelandet. Trotzdem werd ich einfach jeden Tag hier reinstellen – alleine der Fotos wegen:

An unserem zweiten Tag in Peking hatten wir uns vorgenommen, Teile des „Standard-Programms“ abzuarbeiten – sprich: Platz des Himmlischen Friedens, Verbotene Stadt, etc. Da wir aber am Vorabend ne Runde trinken waren, kamen wir nicht so wirlich aus den Puschen… Kurz vor 10 gings dann aber doch noch runter ins Restaurant – Breakfast war angesagt:

Doch wurden wir etwas „verstört“ empfangen – no blekfäst, no blekfäst! Huh? Was? Wie? Wir haben HUNGER – do you understand? Die unfleundlich dleinblickenden Zitlonenfaltel wollten uns doch allen Ernstes davon überzeugen, dass die Küche um 10 Uhr schließt und es danach kein Frühstück mehr gibt… Unfassbar! Naja, mit unseren unglaublichen Verhandlungsfähigkeiten gabs dann doch noch ne Kleinigkeit und wir konnten uns gestärkt auf den Weg machen…

 Peking an sich ist ne sehr verrückte Stadt. Ganz seltsam – erinnert stark an Sozialismus-Propagandavideos – nur, dass das hier alles „real“ ist und aktuell. Die Polizeipräsenz war immens und die touristische ebenfalls… Der riesige „Tiananmen-Square“ war voll mit hauptsächlich asiatischen Touristen, die ihrem guten alten Führer Mao beim konservieren zugucken wollten. Chinesische Touristen sind wirklich ein komisches Volk. Irgendwie hat sich das für mich immer so angefühlt, als würden die irgendeine Aufgabe erfüllen und nicht wirklich Spaß bei der Sache haben.

 Lächeln verboten! Fotos werden in strammstehender Weise mit grimmigem Gesichtsausdruck geschossen… Wir tanzen da mal absichtlich aus der Reihe und verwundern gleichzeitig riesengroße Touri-Gruppen mit roten Baseballcaps.

Polizei war überall:

 

Im Großen und Ganzen war dieser zentrale Ort Pekings zwar imposant aber aus meiner Sicht irgendwie mehr einschüchternd als atemberaubend. Die umliegenden Prunkbauten der Partei haben schwer an Ost-Charme erinnert und machten auf mich einen sehr unfreundlichen und verschlossenen Eindruck… Irgendwie ist Kommunismus nicht nur eine politische Geschichte sondern vielmehr ein Zustand, der alles und jeden beeinflusst. Die Menschen hier war einfach „anders“. Das, was mich in Hong Kong ab und zu verwundert hat, scheint einen hier beinahe zu bedrücken…

Schluss mit Sozialismus – rein in die Vergangenheit hieß unsere nächste These. Die verbotene Stadt, eine der Hauptattraktionen Chinas stand auf dem Programm. Mao begrüßte uns Touris mit seinem besten Colgate-Lächeln (ich durfte an diesem Ort mal wieder Fotos mit kleinen Chinesinnen machen, die mich wohl für ne andere Art Spezies hielten… Yippie!). Der Fakt, dass diese „verbotene“ Stadt einmal eine „No-Go-Area“ für Pekings normale Bevölkerung darstellte und jahrhunderte alte Kultur beherbergt, hat mich schon beeindruckt, nur nahmen riesen Touristengruppen mit roten Mützen und eine extrem krasse Kommerzialisierung des gesamten Areals dieser verbotenen Zone irgendwie den Reiz.

Tempel gabs hier zu Hauf, doch leider war der Großteil gerade „under construction“, so dass die Gesamtanlage leider nicht in vollem Schein und Glanz zur Verfügung stand. Nach knapp anderthalb Stunden hatten wir 3 dann auch kollektiv genug von Tempeln und Schreinen und es ging durch den angeschlossenen Park raus aus der verbotenen Stadt, rein in die verboten verschmutzte Stadt – zurück nach Peking… Doch wir hatten noch nicht genug: Der Behai-Park stand noch auf dem Programm… Doch trotz phantastischer Feng-Shui-Architektur und schöner Landschaft haben wir diesen Park eher als kleine Ausruh-Stätte genutzt, denn die Hauptattraktionen (Bootfahren aufm See, riesen Dalai-Lama-Monument) waren entweder schon geschlossen oder nur mit horrenden Eintrittspreisen zu betreten (oder beides ;) …). Irgendwie hatte ich das ungute Gefühl, dass alles – aber auch wirklich alles – Eintritt kostete… Die Kommunisten wissen halt, wie Touristen marktwirtschaftlich korrekt ausgenutzt werden können…

Total platt ging es dann am Abend weiter in einen Tipp des Lonely Planet-Guides. Leider hab ich den Namen gerade nicht parat, aber die gekochten Schweineohren schienen den Damen sehr gut zu schmecken….:

Kategorien: Auslandssemester Hong Kong

Beijing – Day 1

Oktober 17, 2007 · Kommentar schreiben

11.15am, Hong Kong International Airport – es geht los! Nachdem ich Franzi (Deutschland) und Christina (Dänemark) am Flughafen getroffen hatte, gings auf nach Beijing. Und schon der Anfang war stressig, denn im Damenparadies „Duty-free“ haben wir beinahe zuviel Zeit verbracht, so dass wir geschlagene 15 Minuten vor Abflug erst am Gate ankamen…

China Southern Airlines, Flug CZ309 nach Peking - voll mit Chinesen und irgendwie ein bisschen rumpelig, die Maschine. Der Start ar noch OK, obwohl das Fahrwerk meiner Meinung nach etwas zu viel Lärm machte, aber egal: wir sind sicher gestartet ;) … Nach ca. dreieinhalb Stunden Flug und 30 Minuten Verspätung konnten wir endlich wieder Land sehen und der Pilot steuerte die Landebahn in Peking an. Aber der Kollege war ziemlich kurzsichtig, glaube ich… Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er die Bahn zu spät gesehen hatte, denn die Landung war sowas von heftig, dass mein Herz kurze Zeit stehen geblieben war… Dieser asiatische Bruchpilot hämmerte auf die Landebahn und kam erst nach einem kurzen Schlenker (!) auf derselben zum Stehen: HILFE!!!

Aaaahhh… Aber wir habens doch geschafft und ich bin lebendig in Chinas Hauptstadt angekommen… Direkt nach dem Flug gings ab ins Taxi, denn um 6 sollten wir am Hotel sein.

Peking stellte sich als das heraus, was man mir erzählt hatte: Laut, megadreckig aber „weiter“ als Hong Kong – und das gefiel mir von Anfang an. Hier gabs endlich mal wieder Straßen, die wie Straßen aussahen und Gebäude, die unter dem Begriff „Architektur“ zusammengefasst werden konnten. Und das Klima spielte auch mit. Anstatt 28°C und 80% Luftfeuchtigkeit erwarteten uns in Peking 15°C und beinahe europäisches Klima…

Endlich am Hotel angekommen:

Austin Powers, wir kommen! Das Hotel (Fortune Land Hotel, Beijing) sah wirklich aus, als wenn Austin Powers persönlich als Chefdesigner Hand angelegt hätte. Farbenfroh, verrückt und irgendwie überhaupt nicht China (bis auf das an der Rezeption keiner wirklich Englisch sprach…). Ich dokumentier das später nochmal…

Den Abend ließen wir dann gemütlich ausklingen, denn es war schon dunkel und wir hatten eher weniger Lust auf Sightseeing in the dark. Also: Lonely Planet konsultiert und die Bar- & Clubsektion studiert. „BED“ hörte sich verlockend an… Nicht nur dank „Sex and the City“-Erinnerungen, doch auch wegen der Empfehlung der Autoren. Die Tour dahin war mehr oder weniger Kamikaze pur, denn KEIN taxifahrender Chinese spricht auch nur ein WORT Englisch. Also mussten wir unserem gepanzerten Kollegen hier per Karte und Gestik erklären, wo wir hinwollten. Was mich ein wenig beunruhigte war, dass Mr.Wong eine Lupe rausholen musste, um unsere Karte zu entziffern und immernoch 3 Minuten brauchte, um die chinesischen Schriftzeichen zu entziffern… Sehtest gibts wahrscheinlich genausowenig wie Fahrprüfung.

Aber letztendlich kamen wir nach Taxifahrt plus 10 Minuten Walk in mittlerweile 8°C-kalter Umgebung am besagten Ort an:

„Lets go to BED!“ :) Und die Bar war wirklich verrückt. Mitten in einem traditionell chinesischen „Hutong“, mitten in China und mitten im Nichts, fanden wir schlussedlich dieses Schild und uns erwartete eine echt coole Bar. Chillige Musik, coole Einrichtung und eine nette Getränkeselektion… Very Nice :) !

Heute gehts dann endlich los: Sightseeing in Peking! Mal sehen, was heute auf dem Plan steht…

Kategorien: Auslandssemester Hong Kong

Kapitel II

Oktober 14, 2007 · Kommentar schreiben

Heute war ein besonderer Tag – in zweierlei Hinsicht. Zum einen war der 14. Oktober leider Gottes der letzte Tag mit Caro hier in Hong Kong und zum anderen war der heutige Tag Halbzeit – Kapitel II meines Abenteuers in Asien wurde somit eingeläutet…

Die Zeit mit Caro war sehr schön, aber das hab ich auch nicht anders erwartet ;) … 16 Tage Heimatexport mit allen Höhen und Tiefen, denn jedem, der länger als 4-5 Tage in dieser Stadt bleibt, fordert Hong Kong einiges ab. Irgendwann kommt zwangsweise der Tag, an dem einem alles zu viel wird und man am liebsten in einem schalldichten, klimatisierten Raum Urlaub machen möchte – egal wo: Hauptsache Ruhe und ein angenehmes Klima! Das gabs nichtmal in unserem „Hotel“: Caritas Oswald Cheung International House in Tin Wan… Auch, wenn wir im 15. Stock gewohnt haben – da wars auch nicht leise :( ! Irgendwie kriegen es die Chinesen nicht auffe Reihe, Klimaanlagen so einzubauen, ohne ein riesen Loch in der Wand nach außen zu hinterlassen… Aber das war halb so schlimm – das Zimmerchen war im Gegensatz zu meiner stetigen Bleibe hier in Central reiner Luxus: Viel neuer und viel sauberer – leider nur zu weit draußen, denn Tin Wan liegt an der Südseite von HK Island und dementsprechend 25-30 Minuten von allem entfernt. Hier mal ein paar Impressionen aus der „Hood“:

Interessant an Tin Wan war, dass wir da beinahe die einzigen Ausländer waren… Ein totales Local-Viertel, in dem man wirklich ab und zu ziemlich seltsam angeguckt wurde.

Aber jetzt bin ich wieder zurück in der Caine Road, in meine Caritas Hostel. Home Sweet Home! Irgendwie fühle ich mich hier doch vertrauter und mein Supermarkt mit den ganzen Expats gefällt mir auch viel besser als der mit Reissäcken vollgestapelte Schuppen in Tin Wan… Jetzt gibts auch endlich wieder frische Unterbuxxen – übermorgen gehts ja auch schon los nach Beijing und da muss ich mich ja rausputzen! Denn der feine Herr logiert in einem „Boutique Hotel“ (www.boutiquelifestyle.com für Interessierte… ;) ). Wie ich das von meinem Studentenbudget bezahle…? Die Richtige Internetseite anwählen, nett mit der Dame an der Rezeption korrespondieren und eine Dänin mit ins Zimmer nehmen – nach Adam Riese macht das 25 Euronen pro Nacht und das in einem Deluxe Double Room in einem Boutiquehotel. Sauber – ich freu mich schon! Ein Canadier hat in einer Rezension geschrieben, dass das Teil wie Austin Powers Lieblingshotel ausschaut – genau mein Fall würd ich sagen! Ich werde definitiv dokumentieren!

Der heutige Tag geht so langsam zu Ende und damit wie gesagt auch das erste Kapitel Hong Kong. Von heute sind es noch 68 Tage und die werden mit frischem Elan in Angriff genommen! Die Uni bleibt anspruchsvoll und nicht mein Fall, aber das versuche ich mehr und mehr „abzustempeln“ und als Teil meiner „Experience“ hier zu sehen. Die Stadt – hmmm… ja, die Stadt – Hong Kong bleibt Hong Kong und damit nicht meine Traumcity, aber damit lässt sich leben. Ich und mein iPod machen samt Sonnenbrille und Shorts ein unschlagbares Team, dass jeder Lärm- und Klimasituation Paroli bieten kann!

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Macau

Oktober 11, 2007 · 1 Kommentar

Macau - was soll man sich unter diesem Namen vorstellen? Macau – eine portugiesische Ex-Kolonie an der Südseite Chinas, 65km von Hong Kong entfernt… Caro und ich wussten selbst nicht, was uns erwarten sollte, aber der Trip nach Macau stand schon seit langem fest und ich bin für jede Abwechslung zu haben!

Macau ist 2 Jahre nach Hong Kong (1999) zurück an China gegangen und genießt seitdem, wie auch Hong Kong den „Sonderverwaltungszonen-Status“. Sprich „freie“ Marktwirtschaft und viele andere Boni. Irgendwie waren wir beide gespannt, denn auch Caro hat mittlerweile schon ihre Zeit gehabt, in der ihr Hong Kong mehr als zum Halse raushing. Und Macau hielt teilweise, was es versprach: Schöne Kolonialbauten und erstaunlich viel Kultur und renovierte Ecken. Doch auch hier zeigte sich auf unserem Walk durch die Stadt der Kontrast – und das noch zwei Nummern stärker als in Hong Kong… Aber seht selbst: Die Bilder sprechen für sich und ich halt mich zwecks Caro ein bisschen zurück, denn kleine hübsche Blondinen brauchen VIIIIIEEEL Aufmerksamkeit ;)

Und wer jetzt denkt: Warum nörgelt der Knabe schon wieder so… Das liegt an meinem unglaublichen Fototalent!!! Wer fotografiert schon die dreckigen Ecken? ICH :) ! Aber das poste ich viel zu selten hier hin. Macau ist im Endeffekt sogar doppelt so dreckig, doppelt so hässlich und aufgrund der riesigen Baustellen auch teilweise doppelt so laut…

Macau hat so’n bisschen was von Sao Paolo oder Rio – so stell ich mir das jedenfalls vor. Christliche Einflüsse und Bausünden, so weit das Auge reicht… Die schönen Sachen oben haben sich wirklich auf eine winzige Fläche der Stadt konzentriert. Im Grunde war Macau wie Südamerika mit Chinesen… Deswegen war das hier GOLD wert:

Jaaaa! Italienisch Essen in Macau :) ! „La Antica Trattoria“ – der Tipp schlechthin… Richtig leckeres Essen. Der Hammer…

Aber wir waren echt platt…. Macau ist und bleibt China und dementsprechend echt anstrengend. Und durch die vielen Casinos wars irgendwie wie Las Vegas… Mit Illegalität, komischen Leuten und hah! ERWISCHT: Geldwäsche:

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